Sozialhilfequote neu bei 2,1 Prozent
2014 bezogen im Kanton Aargau 13'393 Personen verteilt auf 8'195 Dossiers Sozialhilfe. Gegenüber dem Jahr 2013 entspricht dies einer Zunahme von 5,6 Prozent bei den Dossierzahlen und 5,0 Prozent bei den Personen. Die Sozialhilfequote steigt von 2,0 auf 2,1 Prozent, liegt damit aber weiterhin deutlich unter der gesamtschweizerischen Quote (2013: 3,2 Prozent). Dies zeigen die Resultate der im Auftrag des Bundesamtes für Statistik (BFS) durchgeführten Sozialhilfeempfängerstatistik.
Die Anzahl der 36- bis 64-jährigen Sozialhilfebeziehenden nimmt gegenüber dem Vorjahr um rund 9 Prozent zu. Der Anteil dieser Altersgruppe an allen Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger steigt von 38,6 Prozent im Jahr 2013 auf 40,0 Prozent im Jahr 2014. Damit zeigt sich bei dieser Altersgruppe die stärkste Zunahme gegenüber dem Vorjahr. Die Sozialhilfequote dieser Altersgruppe liegt mit 2,0 Prozent knapp unter der kantonalen Quote. Die höchste Sozialhil-fequote weisen weiterhin die Kinder mit 3,4 Prozent auf. Eines von dreissig Kindern wird mit Sozialhilfe unterstützt. Die mit Abstand tiefste Quote haben mit 0,3 Prozent die über 65-Jährigen. Bei dieser Altersgruppe zeigt sich ein deutlicher Rückgang der Anzahl Personen, die Sozialhilfe beziehen.
Höheres Erwerbseinkommen bei Sozialhilfebeziehenden mit Kindern
Bei 22,8 Prozent aller Unterstützungseinheiten ist mindestens eine Person erwerbstätig. Alleinerziehende und Paare mit einem oder mehreren Kindern weisen einen deutlich höheren Median beim Erwerbseinkommen auf als Einpersonen-Fälle. Bei den Alleinerziehenden sind es 1'251 Franken, bei den Paaren mit Kindern 1'983 Franken und bei den Einpersonen-Fällen 750 Franken. Alleinerziehende und Paare mit Kindern sind folglich trotz höherem Erwerbseinkommen auf Unterstützung durch die Sozialhilfe angewiesen. Ähnliches zeigt auch die Betrachtung der Deckungsquote (= Anteil der Sozialhilfe am Gesamteinkommen der Unterstützungseinheit): Bei 70,9 Prozent aller Einpersonen-Fälle ist die Sozialhilfe das einzige Einkommen, bei den Alleinerziehenden und den Paaren mit Kindern ist dies nur bei 23,8 respektive 34,0 Prozent aller Dossiers der Fall. Ein Grund für die tiefere Deckungsquote bei Letzteren ist, dass diese nebst Erwerbseinkommen auch Anspruch auf Unterhaltszahlungen und Kinderzulagen haben.
Zehn Jahre Sozialhilfestatistik des BFS
Die Schweizerische Sozialhilfeempfängerstatistik des BFS (Bundesamt für Statistik) wurde im Jahr 2005 zum ersten Mal durchgeführt. Damit sind nun Daten für die vergangenen zehn Jahre verfügbar. Die Zeitreihen finden Sie auf folgender SeiteSoziale Sicherheit.