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Sins: Im Reussegger Schachen entsteht ein neues Auengebiet :
Spatenstich für ein Projekt, das für das Mittelland einzigartig ist

Heute Montag, 1. Juli 2019, hat der Spatenstich für ein neues Auengebiet im Reussegger Schachen in Sins stattgefunden. Neben der Auenregeneration umfasst das Projekt die Verlegung der Trinkwassernutzung mit dem Bau einer neuen Grundwasserfassung in der Schachenebene sowie die Sanierung des belasteten Standorts in unmittelbarer Nähe der neuen Fassung. Die Eröffnung des Auengebiets im Reussegger Schachen ist für das Jahr 2023 geplant.

Im Reussegger Schachen in Sins war heute Montagvormittag, 1. Juli 2019, einiges los: Regierungsrat Stephan Attiger, Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU), Josef Huwiler, Gemeindeammann von Sins, Matthias C. Betsche, Präsident von Pro Natura Aargau, sowie Harry Graf, Leiter Media & Public Affairs und Mitglied der Geschäftsleitung des ewz Zürich, feierten mit weiteren Projektbeteiligten und Gästen den Spatenstich für das neue Auengebiet. Es handelte sich dabei um einen Meilenstein einer bald 20-jährigen Geschichte. So wurde der Reussegger Schachen bereits im Jahr 2001 als Bestandteil des Auenschutzparks Aargau im kantonalen Richtplan aufgenommen – damals noch als Zwischenergebnis, im Jahr 2011 folgte die Festsetzung. Weil das Auenprojekt eine Landumlegung voraussetzte, war das Projekt im Jahr 2005 Auslöser für eine moderne Melioration, die zu Verbesserungen für die Reussegger Landwirtschaftsbetriebe geführt hat.

Das eigentliche Bauprojekt umfasst drei Teile. Einerseits geht es um die Gestaltung des neuen Auengebiets. Heute weist der Reussegger Schachen, abgesehen von zwei kleinen Riedwiesen, keine besonderen Naturwerte auf. Die Anlage von Seitenarmen steht im Zentrum der Auengestaltung. Die neue Aue wird das ganze Lebensraummosaik beinhal-ten: von Uferanrissen und Flachufern über Sand- und Kiesbänke, Pfützen, Tümpel und Weiher bis zu artenreichen Wiesen und Weiden, Hochstaudenfluren und Gehölzgruppen. Die Auen gehören zu den Lebensräumen mit der grössten Artenvielfalt; das Ziel ist, diese auch in diesem Raum wieder zu etablieren.

Verlegung Trinkwassernutzung und Sanierung belasteter Standort

Ein weiterer Projektteil betrifft die Verlegung der Trinkwassernutzung. So sollen die beiden bestehenden Grundwasserpumpwerke aufgehoben und eine neue Grundwasserfassung in der Schachenebene gebaut werden. Dieses neue Pumpwerk wird nicht nur leistungsfähiger sein als die beiden bisherigen zusammen, sondern auch vor Hochwassern geschützt sein. Zum Vergleich: Bei den heutigen Pumpwerken ist nicht einmal der Fassungsbereich hochwassersicher. Die Verschiebung der Trinkwassernutzung ist Voraussetzung für die Ausschöpfung des Auenentwicklungspotenzials; gleichzeitig wird der regionale Verbund bei der Trinkwasserversorgung verbessert.

Der dritte Projektteil beinhaltet die Sanierung des belasteten Standorts in der unmittelbaren Nachbarschaft der neuen Grundwasserfassung. Der Standort ist nicht stark belastet, eine Sanierung wäre ohne den Neubau der Trinkwasserfassung nicht zwingend nötig gewesen. Nun können Synergien genutzt werden: Mit dem Aushub der Auengewässer kann beim belasteten Standort ein Materialaustausch gemacht werden. Zudem kann die Umgebung des neuen Grundwasserpumpwerks wie erwähnt hochwassersicher geschüttet werden. Dadurch entfällt das Wegführen und Deponieren des Aushubmaterials zum grössten Teil. Das ein grosser Vorteil für eine Region mit einem grossen Mangel an geeigneten Deponiestandorten.

Nutzen auch für die Bevölkerung

Das Projekt wirkt sich sehr positiv auf die Biodiversität aus, es nimmt eine wichtige Vernetzungsfunktion wahr, zudem verbessert sich die Qualität der Landschaft. Im Rahmen der modernen Melioration entstand am Talrand ein Wanderweg, welcher dem ganzen Auengebiet entlangführt. Vorher gab es nur am gegenüberliegenden Reussufer eine durchgehende Wanderwegverbindung. Wenn im Reussegger Schachen dann mal Wasserbüffel weiden, wird der Reussegger Schachen als Naherholungsgebiet noch attraktiver.

Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf rund 10 Millionen Franken, wovon etwa die Hälfte vom Bund übernommen wird. Der "naturemade star-Fonds" des Kraftwerks Wettingen des ewz Zürich leistet einen Beitrag von 1,9 Millionen Franken, Pro Natura als Miteigentümer im Au-engebiet rund 800'000 Franken, der Rest wird durch den Kanton getragen. Die Eröffnung des neuen Auengebiets im Reussegger Schachen in Sins ist im Jahr 2023 geplant.

  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt