Seitenarm mit Flachwasserzonen im Klingnauer Stausee
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Öffentliche Auflage der Projektänderungen Klingnauer Stausee vom 3. Oktober bis 1. November 2016
Die aktuellen Projektänderungen zum Bauprojekt aus dem Jahr 2014 für den Klingnauer Stausee zur Entlastung eines Seitenarms von Sedimentmaterial und Schaffung von neuen Flachwasserzonen werden vom 3. Oktober bis 1. November 2016 öffentlich aufgelegt. Diese Massnahmen leisten einen Beitrag zur Verlangsamung der Verlandung des Stausees und schaffen neue Wasserflächen. Nach der Umsetzung soll ein mehrjähriges Monitoring aufzeigen, wie sich dieser Eingriff tatsächlich auf den Verlandungsprozess und das Lebensraumsystem im Stausee auswirkt.
Der Klingnauer Stausee ist aus naturschützerischer wie landschaftlicher Sicht ein bedeutendes Gewässer und beliebter Naherholungsraum im unteren Aaretal. Der Jahrzehnte dauernde Sedimenteintrag, welcher früher aufgrund der Einleitung von Industrieabwasser aus dem Einzugsgebiet der Limmat und Aare erhöhte Schadstoffkonzentrationen aufwies, hat eine stetige Verlandung des Sees seit seiner Erbauung bewirkt. Insgesamt ist das Seevolumen in den letzten 80 Jahren von 7 Millionen Kubikmeter auf weniger als 2 Millionen Kubikmeter Wasser geschrumpft und wurde immer mehr zu Schilf und Wald. Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) hat deshalb intensiv nach Möglichkeiten gesucht, um den fortschreitenden Verlandungsprozess zu verlangsamen.
Projektänderungen im 2016
Im Frühling 2014 legte das BVU das Bauprojekt zur Erstellung eines Seitenarms zwischen Aarelauf und Gippinger Graben öffentlich auf. Das Bauprojekt sieht eine Entlastung des verlandeten Gebiets am linken Seeufer vor. Umfangreiche tiefenselektive Beprobungen und Laboranalysen des Feinanteils der Sedimente geben ein genaues Bild der stofflichen Belastung. Als Projektänderungen werden neu zwei Flachwasserzonen geschaffen und der Seitenarm einseitig ans Hauptgerinne der Aare angeschlossen. Vorsorglich werden gestützt auf die Empfehlungen der Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) insgesamt 7'500 Kubikmeter zur Entsorgung in Deponien bestimmt. Es handelt sich dabei um Sedimentabschnitte, deren stoffliche Belastung über den IKSR-Grenzwerten und auch über der bestehenden Hintergrundbelastung des Hochrheins liegt. Das übrige Feinmaterial von 16'000 Kubikmeter wird unmittelbar vor dem Zusammenfluss von Aare und Rhein wieder dem Gewässer zurückgegeben, wobei die Rückgabe nur bei mittleren und hohen Rheinabflüssen erfolgt.
Im Rahmen eines mehrjährigen Monitorings mit Einbezug ornithologischer und fischökologischer Experten soll untersucht und beurteilt werden, wie sich der Eingriff auf den Verlandungsprozess und das Lebensraumsystem in der linken Seebucht auswirken. Die Projektänderungen wurden in enger Abstimmung mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) entwickelt.
Im Vorfeld der Erarbeitung des Ausführungsprojekts hat sich gezeigt, dass eine Interessengruppe nach wie vor eine vollständige Entsorgung der Sedimente wünscht. Dies hätte erhebliche Mehrkosten zur Folge. Die Mehrkosten würden den vom Grossrat gesprochenen Projektkredit von 2,44 Millionen Franken massiv überschreiten.
Die Auflage zu den oben beschriebenen Projektänderungen dauert vom 3. Oktober bis 1. November 2016. Die entsprechenden Dokumente können bei den betroffenen Gemeinden (Böttstein, Döttingen, Klingnau, Koblenz, Leuggern) sowie beim BVU, Entfelderstrasse 22, Aarau, eingesehen werden. Mit den Arbeiten soll im Sommer 2017 begonnen werden.