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Schutzgebiete in Bulgarien und den Alpen fördern :
Binding-Preisträger 1999

Am 19. November 1999 wurde in Vaduz der Aargauer Richard Maurer mit dem Grossen Binding-Preis für Natur- und Umweltschutz ausgezeichnet. Der grösste Teil der Preissumme von 50'000 Franken wird nun zur Förderung von zwei Grossprojekten in Bulgarien und der Schweiz eingesetzt. Die Aargauer Regierung hat die Sponsoring-Summe auf 80'000 Franken erhöht.

Die Preisverleihung an Dr. Richard Maurer erfolgte "in Würdigung seiner innovativen und konsequenten Bestrebungen, die Naturschutzpolitik als vollwertige Komponente einer in sich stimmigen Nachhaltigkeitspolitik im Wirken der verschiedenen Gemeinwesen zu verankern." Damit hat das Kuratorium einer der grössten Preise in Europa in diesem Bereich indirekt auch eine Teilpolitik des Aargaus ausgezeichnet, die über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus beachtet wird. Dass diese Leistung niemals der Verdienst einer Einzelperson sein kann, war Anlass für den Preisträger, die Mittel wieder für wegweisende Projekte einzusetzen.

Ein neuer Naturpark in Bulgarien

Die Landschaft des Aargaus ist stark verändert und belastet. Erhaltung der biologischen Vielfalt kann bedeuten, Mittel dort einzusetzen, wo mit dem gleichen Geld wesentlich mehr erreicht werden kann als bei uns, so etwa in Osteuropa. Dort finden sich biologisch reichhaltige, grossflächige Räume, die Förderung verdienen. Jene Projekte verdienen die Aufmerksamkeit, welche nicht auf kurzfristige Nutzung der Natur angelegt sind, sondern Bevölkerung und Behörden auf nachhaltige Nutzung hinführen. Es geht somit bei dieser Unterstützung nicht nur um ökologische Ziele, sondern auch um einen Beitrag an soziale Solidarität. Das Projekt "Naturpark Ost-Rhodopes" geht in dieser Richtung, und die bulgarische Regierung ist gewillt, die öffentlich-rechtlichen Schritte zur Begründung des Parkes zu leisten. Das Projekt wird mit Fr. 50'000.- unterstützt. 25'000.- hat der aargauische Regierungsrat aus dem Lotteriefonds bewilligt.

Ein zweiter Nationalpark in der Schweiz?

Der Preisträger ist überzeugt, dass in der Schweiz als Kompensation für die weiterschleichende Landschaftsbelastung grössere Ausgleichsräume nötig sind, bei denen die naturnahe oder gar natürliche Entwicklung absoluten Vorrang hat. Das Netz der kleinflächigen Biotope reicht nicht aus, um das Überleben der biologischen Vielfalt zu sichern. Im Aargau sind solche Grossräume nicht mehr anzutreffen. Deshalb ist es angezeigt, gerade aus einem belasteten Kanton in Gebieten Unterstützung zu leisten, wo ein solches Potential noch besteht. Daher werden die Vorarbeiten für die Schaffung eines zweiten Nationalparkes im schweizerischen Alpenraum mit Fr. 30'000.- gefördert, die Hälfte davon wiederum aus dem Lotteriefonds.Weitere Auskünfte für Medienschaffende:

  • Staatskanzlei