Schutz und Nutzung von Wildtieren
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Erste Resultate zum vergangenen Jagdjahr im Aargau
Für die Aargauer Jagd ging Ende April ein herausforderungsreiches Jagdjahr zu Ende. Nun liegen die ersten Auswertungen vor. Danach wurden im letzten Jagdjahr 70 Prozent mehr Wildschweine als im Vorjahr erlegt. Beim Reh konnten die erhöhten Vorgaben nicht ganz erreicht werden.
Nachdem der Sturm Lothar das Äsungsangebot der Rehe im Wald stark vergrössert hat, erhöhten die zuständigen Bezirksjagdkommissionen im Rahmen der Abschussplanung 2002 die Abschusszahl kantonsweit um rund 10 Prozent. Damit soll vermieden werden, dass ein zu grosser Rehbestand den Jungwuchs im Wald übermässig belastet. In den Gebieten, die vom Sturm Lothar am meisten betroffen waren, wurde die Vorgabe zu 98 Prozent erreicht und über das ganze Kantonsgebiet gesehen zu 95 Prozent. Oder anders formuliert: Von den geplanten 5175 Rehen konnten die Jagdgesellschaften 4941 Tiere erlegen.
1329 Wildschweine erlegt
Mit einer Steigerung der Schwarzwildstrecke um 70 Prozent reagierte die Jägerschaft auf die in den Vorjahren massiv gestiegenen Schwarzwildschäden in der Landwirtschaft. Dank dem grossen Einsatz der Jägerschaft konnten im letzten Jagdjahr so am Ansitz, auf der Pirsch oder Treibjagd 1329 Wildschweine erlegt werden. Zusammen mit den Tieren, die als Fallwild (vor allem bei Verkehrsunfällen) gemeldet wurden, kommt man auf eine Gesamtreduktion von 1460 Wildschweinen.
Dieses erfreuliche Ergebnis bedeutet jedoch keineswegs, dass der Schwarzwildbestand im vergangenen Jagdjahr effektiv zurückgegangen ist. Die bisher gemeldeten Wildschäden lassen denn auch keine Entspannung erwarten. Die Schwarzwildjagd muss daher weiter optimiert und grenzüberschreitend koordiniert werden.
Feldhasen kantonsweit gezählt
Kurz vor Ende des Jagdjahres leistete die Jägerschaft einen zusätzlichen Grosseinsatz. Während zwei Nächten erhoben die Jägerinnen und Jäger kantonsweit den Feldhasenbestand. Sie löste damit Ihr Versprechen ein, sich auch nach dem Abstimmungskampf zur sogenannten "Feldhaseninitiative" um die Hasen zu kümmern. So wird unter anderem auch fast überall seit Jahren freiwillig auf die Bejagung verzichtet, obwohl dies in mehreren Revieren wildbiologisch noch vertretbar wäre.
Gezählt wurden alle Hasen im Feld, nicht aber in den Wäldern. Mit einem Geländefahrzeug fuhr die Zählequipe dabei alle Feldwege ab und leuchtete auf beiden Seiten Wiesen und Felder aus. Der Beifahrer trug alle gesehenen Tiere auf seiner Karte ein. Diese Methode eignet sich für die Zählung am besten, weil nachts die Augen der Hasen im Scheinwerferlicht aufleuchten. Unter der Voraussetzung von mehrjährigen Aufnahmereihen können so Bestandeszunahmen oder -abnahmen festgestellt werden.
In 40 aargauischen Revieren konnten mittlere bis sehr hohe Feldhasendichten festgestellt werden. In diesen Revieren musste gegenüber der Zählung von 2001 kein Bestandesrückgang festgestellt werden. Bei beiden Zählungen zählte man in diesen Revieren rund 900 Tiere ausserhalb des Waldes. Hingegen hat die Zahl der Tiere in Revieren mit geringer Bestandesdichte deutlich abgenommen. Und in 22 Revieren konnten die Zählequipen gar keine Hasen im Feld beobachten. Insgesamt wurden 2572 Feldhasen - 15 Prozent weniger als im Jahr 2001 - gezählt.
In einem Testgebiet der Schweizer Vogelwarte, im Aargauer Reusstal, werden die Feldhasen jedes Jahr gezählt. Hier stiegen die Bestände seit dem Tiefpunkt im Jahr 1998 mit 18 Hasen deutlich an und erreichten in diesem Frühling 44 Tiere. Dies zeigt, dass eine Erholung unter guten Lebensraumbedingungen möglich ist.