Schulsystem muss sorgfältig angepasst werden
:
BKS nimmt Stellung zu PISA 2000-Studie
Das Departement Bildung Kultur und Sport (BKS) wird die am Dienstag veröffentlichten PISA 2000-Studie auswerten. Das schlechte Abschneiden der Schweiz im internationalen Vergleich hat Bildungsdirektor Rainer Huber nicht überrascht. Das heutige Schulsystem genügt teilweise nicht mehr und muss sorgfältig angepasst werden.
Dass die Schweiz in allen untersuchten Bereichen höchstens durchschnittlich abgeschnitten hat und bei der Lesekompetenz und den Naturwissenschaften sogar weit unter dem Durchschnitt liegt, kann sich die Schweiz gemäss Regierungsrat Rainer Huber nicht leisten. Die Studie habe die schlimmsten Befürchtungen bestätigt.
Vor allem die Ergebnisse bezüglich Lesekompetenz sind gemäss Bildungsdirektor sehr ernst zu nehmen. Lesekompetenz sieht Rainer Huber als zentralen Bestandteil, um ein unabhängiges, eigenständiges Leben führen zu können. Ohne Lesekompetenz sei nicht nur der Zugang zu jeder weiterführenden Ausbildung sehr erschwert, auch ein aktives Mitgestalten an gesellschaftlichen Prozessen könne nur von Bürgerinnen und Bürgern wahrgenommen werden, die lesen können.
Um im Kanton Aargau eine Verbesserung zu erreichen, fordert Regierungsrat Rainer Huber eine schnelle Umsetzung der angestrebten Verbesserungen in der Bildungslandschaft Aargau. Die teilweise bereits eingeleiteten Veränderungen wie die Projekte Führung Schule vor Ort, Strukturreform (Stresa) und die Schulversuche für die Basisstufe weisen den richtigen Weg.
Gemäss Huber zeigt die Studie deutlich, dass ein gezieltes Investieren in den Bildungsbereich notwendiger ist denn je. Flankierende Massnahmen wie Tagesschulen und Aufgabenhilfe sollen anvisiert werden. Zudem müssten die Bildungssysteme der in der Studie ganz vorne platzierten Länder mit vergleichbarem Anteil an fremdsprachigen Schülern sehr genau studiert werden.
Rainer Huber hofft, dass die vorliegende Studie auf mehr Resonanz stösst als bisherige Studien, die ähnliche Ergebnisse zu Tage brachten. Ein Vorwärtskommen sei ohne eine Kultur des Vergleiches innerhalb der schweizerischen und internationalen Bildung nicht möglich. Im Gegenteil: Huber befürwortet Bestrebungen, dass interkantonale Schulstandards gesetzt werden.