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Schloss Hallwyl - ein Juwel unter den Schweizer Kunstdenkmälern :
Neueröffnung nach achtjähriger Sanierung

Über acht Jahre hinweg wurde das Schloss Hallwyl für über 22 Millionen Franken umfassend saniert und restauriert. Auch das Museum erhielt ein neues Erscheinungsbild. Am Donnerstag wurde nun die vollständig eröffnete Schlossanlage in Anwesenheit der Grafenfamilie von Hallwyl und von Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur offiziell eingeweiht und der Bevölkerung übergeben. Ein besonderes Highlight: Bis am Sonntag, 26. Juli 2005, hat die Truppe "Compagnie of St. George" im Schlosshof und vor den Mauern ihr mittelalterliches Heerlager aufgeschlagen.

Von 1997 bis 2005 wurde das Schloss Hallwyl nach modernsten Richtlinien der Denkmalpflege saniert, restauriert und archäologisch untersucht. In enger Zusammenarbeit von Historikerinnen, Archäologen, Architekten und Gestalterinnen entstand in seinem Inneren eine neue, über 36 Räume verteilte Dauerausstellung. Beginnend im Mittelalter führen elf Themen durch verschiedene Epochen bis in die heutige Zeit. Ausgewählten Familienmitgliedern der Familie von Hallwyl wurden Texte auf den Leib geschrieben, die Besucherinnen und Besucher über einen Akustikguide auf ihrem Rundgang leiten.

Graf Michael von Hallwyl, Stammhalter der Familie und Präsident der Hallwil-Stiftung, würdigte anlässlich der feierlichen Eröffnung das mit modernen Hilfsmitteln ausgestattete Museum: "Meine anfänglichen Bedenken, ob sich eine solche Modernität integrieren lässt, wichennach meinem ersten Besuch schnell. Im Gegenteil: Der äussere Glanz des Schlosses setzt sich jetzt im Inneren fort."

Landammann Rainer Huber führte aus, dass es seit der Schenkung an den Kanton im Jahr 1994 Aufgabe des Kantons sei, diesem Juwel Sorge zu tragen. Mit der umfangreichen Sanierung sei ein erster Schritt gemacht, nun müsse das Schloss einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. "Historische Stätten behalten ihre Bedeutung nur, wenn sie belebt bleiben", gab Rainer Huber zu bedenken. Gleichzeitig müsse aber die aussergewöhnliche Symbiose, die das Schloss mit der Landschaft eingehe, nachhaltig erhalten bleiben.

Thomas Frei, Konservator des Schlosses Hallwyl und Projektleiter der neuen Ausstellung, wünscht sich viele neue, kritische Besucherinnen und Besucher, die bereit sind, sich mit der Geschichte der Familie von Hallwyl, derjenigen des Seetals und letztlich auch mit der eigenen Geschichte auseinander zu setzen. Er gab zudem die Gründung eines Vereins zur Förderung von Schloss und Museum Hallwyl bekannt.

Jean-Frédéric Jauslin, Direktor des Bundesamts für Kultur, würdigte in einer Grussbotschaft das Schloss Hallwyl als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung, welches damit "zum Fundus unseres schweizerischen Bewusstseins gehört".

Die Festansprache hielt Prof. Roger Sablonier vom historischen Seminar der Universität Zürich. Er dankte den politischen Behörden, dass es trotz der angespannten Finanzsituation möglich war, die Ausstellung und die Sanierung zu realisieren. Er mahnte aber auch, die kulturelle Wertschöpfung nicht nach einfachen ökonomischen Kriterien zu beurteilen. Vielmehr sei die soziale und Gemeinschaft stiftende Wirkung solcher Institutionen sehr hoch zu veranschlagen.

Weitere Informationen zum Schloss Hallwyl: www.schlosshallwyl.ch

  • Departement Bildung, Kultur und Sport