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Restaurierung der Wettinger Kreuzgangscheiben abgeschlossen :
Bedeutende Glasmalereien für 1,9 Mio. Franken restauriert

Das Kloster Wettingen hat den grössten, am ursprünglichen Ort erhaltenen Wappenscheibenzyklus. Älteste Teile sind aus den Jahren 1280/90 erhalten geblieben. Dieses einzigartige Anschauungsmaterial wurde während fünf Jahren restauriert. Es zeigt die Entwicklung dieser typisch schweizerisch-süddeutschen Kunstgattung.

Im Nordarm des Wettinger Kreuzgangs sind kostbare Teile der ältesten Verglasung von 1280/90 erhalten geblieben. Sie haben sogar den Brand von 1507 überstanden. Diese 27 Teile gehören zu den ältesten Glasmalereien in der Schweiz und innerhalb des Zisterzienserordens zu den frühesten Beispielen figürlicher Glasmalerei.

1994 begannen die Restaurierungsarbeiten am Zyklus mit 137 Wappenscheiben, der zwischen 1435 und 1623 entstanden ist. Die Arbeiten hatten zum Ziel, den Alterswert der kostbaren Glasbilder zu erhalten. Die Wappenscheiben befanden sich zum Teil in einem bedenklichen Zustand. Bemalung und Emailüberzüge begannen sich zu lösen, einzelne Gläser wiesen Sprünge auf und Bleinetze zeigten Verformungen und Risse. Die Glasgemälde mussten aus konservatorischen Gründen ausgebaut werden, damit sie nicht weiter Schaden nahmen.

Bis zur Einweihung der Klosterkirche 1996 konnten die Arbeiten im Ostarm fertig gestellt werden. Die übrigen Bestände blieben sorgfältig verpackt, damit die Glasrestauratoren Fritz Dold, Zürich, und Urs Wohlgemuth, Beinwil am See, zuerst ihre bereits 1987 begonnene Restaurierung der Königsfelder Scheiben abschliessen konnten. 2002 nahm das von der Abteilung Hochbauten geleitete Projekt unter der fachlichen Begleitung der eidgenössischen und kantonalen Denkmalpflege seinen Fortgang und konnte Ende 2005 erfolgreich abgeschlossen werden. Finanziert wurde die Restaurierung mit 1,9 Mio. Franken aus dem Lotteriefonds.

Die insgesamt 137 Wappen- und Figurenscheiben wurden dem Kloster Wettingen von befreundeten Klöstern, den 13 alten Orten der Eidgenossenschaft, den Nachbarstädten, von örtlichen Honoratioren und sogar vom französischen und spanischen König geschenkt. Teilweise lieferten namhafte Künstler die Vorlagen. Die zu Zyklen zusammengefassten Scheiben erzählen in den kleinen Eckfeldern miniaturhaft Heiligenlegenden. Es sind aber auch blutige Schlachten dargestellt. Ebenso haben weltliche Gedanken und Selbstdarstellungen Platz. Die Spender sind auf den Scheiben mit ihren Wappen und Standes-, Stadt- oder Familienheiligen sichtbar. Sie sicherten sich mit diesen Geschenken die Fürbitte der Mönche. Verluste von Glasscheiben, beispielsweise durch Unwetter, wurden mit einer neuen Spende ersetzt.

  • Departement Bildung, Kultur und Sport