Regierungsrat beantragt Fachhochschule Gesundheit und Soziale Arbeit
:
Zweite Aargauer Fachhochschule vor dem Grossen Rat
Der Kanton Aargau soll ab Herbst 1998 eine Fachhochschule für Gesundheit und Soziale Arbeit führen. Der Regierungsrat hat das entsprechende Fachhochschuldekret II zu Handen des Grossen Rates verabschiedet. Es legt die Führungs- und Organisationsstrukturen fest. Durch die Errichtung dieser Fachhochschule, die rund 500 Studierende ausbilden soll, entstehen dem Kanton Mehrkosten von jährlich rund 2,4 Mio. Franken.
Der Regierungsrat plant, auf Herbst 1998 im Kanton Aargau eine Fachhochschule (FH) Gesundheit und Soziale Arbeit zu errichten. Damit trägt er der Tatsache Rechnung, dass sich im Gesundheitswesen und in der Sozialen Arbeit die beruflichen Anforderungen verändert haben, dass die Problemstellungen komplexer geworden sind. Diesen Anforderungen werden Absolventinnen und Absolventen dieser FH gewachsen sein. Organisatorisch werden im Bereich Gesundheit Teile der Kaderschule des Schweizerischen Roten Kreuzes in Aarau und im Bereich der Sozialen Arbeit die Höhere Fachschule für den Sozialbereich (HFS) in Brugg in die Fachhochschule integriert. Im Gesundheitsbereich werden Studiengänge für Studierende mit abgeschlossener Berufsausbildung in Pflege oder Therapie angeboten, Ausbildungen in diagnostischer und therapeutischer Technik sind geplant. Der Direktionsbereich Soziale Arbeit bildet für die Tätigkeitsfelder der Sozialarbeit und der Sozialpädagogik aus. Zum Angebot der Fachhochschule zählen auch Nachdiplomstudiengänge und Nachdiplomkurse sowie Beratungstätigkeit und praxisorientierte Forschung.
Eine Fachhochschule mittlerer Grösse
Die kantonale Fachhochschule hat ihren Sitz in Aarau, wobei die Ausbildungen bis auf weiteres in Brugg (Soziale Arbeit) und in Aarau (Gesundheit) geführt werden. Die zweite Aargauer FH soll rund 500 Studierenden Platz bieten, wobei in den beiden Direktionsbereichen im Endausbau mit je rund 60 bis 80 Abschlüssen jährlich gerechnet wird. Es wird mit Gesamtausgaben von rund 10,1 Mio. Franken gerechnet, an die Bund und Wohnsitzkantone der Studierenden Beiträge leisten. Für den Kanton werden sich die jährlichen Kosten auf etwa 3,6 Mio. Franken belaufen. Da die bisherigen Ausgaben für die HFS in Brugg ins Budget der Fachhochschule integriert werden, reduzieren sich die Mehrkosten auf jährlich 2,4 Mio. Franken. Führungsstruktur und Führungsinstrumente der Fachhochschule sind jenen der Fachhochschule Technik, Wirtschaft und Gestaltung nachgebildet. Der Grosse Rat beschliesst über die organisatorischen Kompetenzen und im Zusammenhang mit der Bewilligung der Finanzen über die inhaltliche Ausrichtung der Fachhochschule. Mit der Umsetzung dieser Vorgaben werden der Regierungsrat und ein zweiter Fachhochschulrat betraut.
Vertrag mit dem Schweizerischen Roten Kreuz (SRK)
Eine spezielle Situation liegt im Bereich Gesundheit vor. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK), das in Aarau bereits die Kaderschule für die Krankenpflege führt, soll mit der Leitung des Direktionsbereichs Gesundheit in Lehre, Forschung und Dienstleistung betraut werden. Im Dekret wird festgelegt, unter welchen Rahmenbedingungen der Regierungsrat mit dem SRK einen entsprechenden Vertrag abschliessen kann.
Standort Aargau stärken
In einem zweiten Schritt ist geplant, die kantonalen Lehrerbildungsinstitutionen in diese zweite aargauische Fachhochschule zu integrieren, sodass diese dann die Direktionsbereiche Gesundheit, Pädagogik und Soziale Arbeit und umfassen wird. Der aktuell geplante Start der Fachhochschule Gesundheit und Soziale Arbeit trägt der interkantonalen Konkurrenz in diesen Bereichen Rechnung. Er dokumentiert auch den Willen des Regierungsrates, den Bildungsstandort Aargau attraktiv zu erhalten und weiter zu stärken. Dies bedeutet gleichzeitig eine Stärkung des Wirtschaftsstandortes Aargau und leistet einen Beitrag für die Ausstrahlung des Kantons.