Regierungsdelegation trifft Angestelltenvereinigung der ALSTOM Power
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Aussprache über Metronstudie zum Kraftwerkbau
Die Regierungsräte Peter C. Beyeler und Kurt Wernli haben mit Vertreterinnen und Vertretern der Angestelltenvereinigung der ALSTOM Power über die Vergabe von Kraftwerksaufträgen ins Ausland und deren volkswirtschaftliche Bedeutung für den Werkplatz Schweiz und den Kanton Aargau diskutiert
Am 29. November 2005 haben sich die Regierungsräte Peter C. Beyeler und Kurt Wernli mit einer Vertretung der Angestelltenvereinigung der ALSTOM Power unter Leitung ihres Präsidenten Andreas Vock zu einer Aussprache getroffen. Auslöser dafür war im Speziellen die von der ALSTOM Angestelltenvereinigung in Auftrag gegebene Studie "Volkswirtschaftliche Aspekte des Kraftwerkbaus in der Schweiz", welche die positiven Auswirkungen von Kraftwerkaufträgen für den Wirtschaftsstandort Aargau und die Volkswirtschaft der Schweiz aufzeigt. Im offenen und konstruktiven Gespräch wurden die Vergabe der EGL an die italienische Ansaldo für drei Kraftwerke in Italien sowie die Studie der Firma Metron diskutiert. Aus der Beurteilung der Regierungsräte lässt die Studie die darin abgeleitete Wertschöpfung aus einer Vergabe von Kombikraftwerken an die ALSTOM hoch erscheinen, weil sekundäre Wirkungen ausgeblendet wurden. Auch wenn diesbezügliche Abstriche erfolgen müssten, ist die Wertschöpfung für die Aargauer Volkswirtschaft gemäss der Studien dennoch beeindruckend.
Präsident Andreas Vock führte aus, dass sich die Angestelltenvereinigung nach wie vor schwer tue, die ordnungspolitischen Zwänge zu verstehen, mit der die Kantonsvertreter der Axpo-Kantone ihre Haltung bezüglich der Vergaben von Kraftwerksaufträgen nach Italien geltend mache. Er wies nochmals auf die grosse Bedeutung einer prosperierenden ALSTOM Power für den Werkplatz Aargau hin, was beide Regierungsräte bestätigen konnten. Auch wurde nochmals die Unklarheit betreffend der Folgeaufträge zu Ansaldo angesprochen, für die ALSTOM Power noch im November 2004 eine reale Chance eingeräumt worden war. Andreas Vock betonte aber, dass für die ALSTOM der Wettbewerb wichtig sei und sie keine Direktvergaben zu nicht konkurrenzfähigen Konditionen erwarten. Diese Aussage stützt die Meinung der Regierung, wonach Direktvergaben an Schweizer Unternehmen für Lieferungen ins Ausland ordnungspolitisch sehr fragwürdig sind und für die Schweizer Exportwirtschaft negative Folgen hätten, auch wenn dies in anderen europäischen Ländern immer wieder vorkommt. Nur wettbewerbsfähige Schweizer Unternehmen werden mittel- und langfristig am internationalen Markt erfolgreich sein können, denn es gilt zu bedenken, dass die Schweizer Wirtschaft zu rund 75% vom Export abhängig und daher auf den internationalen Wettbewerb angewiesen ist.
Die beiden Regierungsvertreter nahmen die Anliegen der Angestelltenvereinigung auf, sich weiterhin konsequent für den Werkplatz Aargau einzusetzen. Sie bestätigten, dafür besorgt zu sein, dass ALSTOM Power gleichwertige Chancen für Aufträge der Axpo Holding und der EGL haben wird, vorausgesetzt natürlich, dass ALSTOM Power konkurrenzfähige Angebote einreichen kann.
Die Gesprächsparteien kamen überein, nach dieser Aussprache einen Schlussstrich unter das Kapitel der getätigten Vergabe der EGL für die Lieferung von Kombikraftwerken nach Italien zu ziehen.