Hauptmenü

Alle Medienmitteilungen

Reaktivierung des Gewässers im Klingnauer Stausee :
Projektauflage zur Sedimententnahme im Klingnauer Stausee bis 25. Juni 2014

Das Reaktivierungsprojekt für den Klingnauer Stausee zur Entlastung eines Seitenarms von Sedimentmaterial wird vom 26. Mai bis 25. Juni 2014 öffentlich aufgelegt. Diese Massnahme verlangsamt die weitere Verlandung des Stausees und schafft neue Wasserflächen. Zudem erhöht sie das Nahrungsangebot für Wasser- und Watvögel und die Lebensbedingungen für die Wasserlebewesen werden verbessert. Die Sedimententnahme ist schliesslich ein Beitrag für den Hochwasserschutz.

Der Klingnauer Stausee ist aus naturschützerischer wie landschaftlicher Sicht ein bedeutendes Gewässer und beliebter Naherholungsraum im unteren Aaretal. Der Jahrzehnte dauernde Sedimenteintrag, welcher aufgrund der vergangenen Einleitung von Industrieabwasser aus dem Einzugs-gebiet der Limmat und Aare erhöhte Schadstoffkonzentrationen aufwies, hat eine stetige Verlandung des Sees seit seiner Erbauung bewirkt. Insgesamt ist das Seevolumen in den letzten 80 Jahren von 7 Millionen Kubikmeter auf weniger als 2 Millionen Kubikmeter Wasser geschrumpft und wurde immer mehr zu Schilf und Wald. Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) hat deshalb intensiv nach Möglichkeiten gesucht, um den Verlandungsprozess zu verlangsamen und die gestaltenden Kräfte des Wassers auch im linken Seebereich auf natürliche Weise wieder wirken zu lassen.

Bereits 2010 legte das BVU ein Bauprojekt zur Erstellung eines Seitenarms zwischen Aarelauf und Gippinger Graben öffentlich auf. Aufgrund von festgestellten Lücken musste das Projekt allerdings überarbeitet werden. In einer einberufenen Begleitgruppe, in der auch die Einwender Einsitz nahmen, ist das Projekt nochmals überarbeitet worden.

Zweites, verbessertes Projekt

Das verbesserte Bauprojekt sieht eine Entlastung des verlandeten Gebiets am linken Seeufer um 28'000 Kubikmeter Sedimentmaterial vor. Umfangreiche tiefenselektive Beprobungen und Laboranalysen des Feinanteils der Sedimente gaben ein genaues Bild der stofflichen Belastung mit Schwermetallen, PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) und PCB (polychlorierte Biphenyle). Vorsorglich werden, gestützt auf die Empfehlungen der Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR), insgesamt 8'000 Kubikmeter zur Entsorgung in Deponien bestimmt. Es handelt sich dabei um Sedimentabschnitte, deren stoffliche Belastung über den IKSR-Grenzwerten und auch über der bestehenden Hintergrundbelastung des Hochrheins liegen. Das übrige Feinmaterial von 20'000 Kubikmeter wird unmittelbar vor dem Zusammenfluss von Aare und Rhein wieder dem Gewässer zurückgegeben, wobei die Rückgabe nur bei mittleren und hohen Rheinabflüssen erfolgt. Weitere Untersuchungen der ETH Lausanne belegen, dass das eingeleitete Feinmaterial grösstenteils durch die nachfolgenden Stauräume am Hochrhein transportiert wird.

Im Vorfeld der Erarbeitung des Ausführungsprojekts hat sich gezeigt, dass zwei Interessengruppen nach wie vor eine vollständige Entsorgung der Sedimente wünschen. Dies hätte geschätzte Mehrkosten von 1,3 Millionen Franken zur Folge. Die Mehrkosten würden den vom Grossrat gesprochenen Projektkredit von 2,44 Millionen Franken massiv überschreiten, weshalb das nun vorgelegte Projekt eine vollständige Entsorgung nicht vorsieht.

Die Auflage dauert vom 26. Mai bis 25. Juni 2014. Mit den Arbeiten soll im Sommer 2015 begonnen werden.

  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt