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Projektdialog zur Umfahrung Mellingen abgeschlossen :
Verschiedene Interessen und Anliegen fliessen ins generelle Projekt ein

In konstruktiver Atmosphäre wurden im Rahmen eines von Regierungsrat Peter C. Beyeler initiierten Projektdialogs zur Umfahrung Mellingen mit verschiedenen Anspruchsgruppen ihre Anliegen und Interessen diskutiert. Das Projekt wird mit den daraus resultierenden Anpassungen im Mai 2012 aufgelegt.

Zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinderäte von Mellingen und Wohlenschwil, der IG Pro Umfahrung Mellingen, des Vereins "Bye Bye Abschnitt 2", der Pro Natura, des Natur- und Vogelschutzvereins Mellingen, des VCS sowie direkt betroffenen Landeigentümern suchte das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) nach Lösungen, wie möglichst viele, teilweise widersprüchliche Interessen und Anliegen in die Entwicklung des Auflageprojekts einfliessen können.

Nach vier intensiven Sitzungen werden folgende Änderungen gegenüber dem generellen Projekt festgehalten:

  • Anpassung des Lärmschutzes im Bereich des Kreisels Birrfeldstrasse und des Sportplatzes. Weitergehende Lärmschutzmassnahmen wurden nochmals eingehend und kritisch geprüft. Berechnungen zur Lärmausbreitung mit unterschiedlich hohen Schutzwällen zeigten aber, dass diese Massnahmen im Siedlungsgebiet von Wohlenschwil und Büblikon praktisch keine Wirkung mehr erzeugen. Im Siedlungsgebiet ist die Entfernung zur Lärmquelle als wichtigster Reduktionsfaktor der Lärmausbreitung praktisch alleine massgebend, unabhängig von der Höhe der Lärmschutzdämme. Mit dem Einbau eines möglichst geräuschabsorbierenden Belags soll die Lärmausbreitung weiter reduziert werden.
  • Erhaltung der naturnahen Uferzone Gruemet statt der Realisierung einer Reussaufweitung. Die Einsparungen von 170'000 Franken werden einem Fonds für Naturausgleichsmassnahmen gutgeschrieben, mit dem zu gegebener Zeit ein Naturschutzprojekt in der Region unterstützt werden soll.
  • Anpassung der Linienführung im Bereich Franzosengraben zu Gunsten von Landwirtschaftsflächen und einer Lage in möglichst grosser Distanz zu Wohlenschwil. Im Rahmen der Diskussionen um den Franzosengraben wurde zudem deutlich, dass dem Sichtschutz auf der Seite Wohlenschwil eine grosse Bedeutung zugemessen werden soll und eine entsprechende Bepflanzung unter dieser Optik konsequent zu realisieren ist.- Vergrösserung der Gewässerraumbreiten zugunsten von mehr Naturraum.
  • Der Büblikerweg wird neu mit einer Fussgänger- und Radfahrerbrücke behindertengerecht mit einer Steigung von 6 Prozent über die Umfahrung geführt.
  • Um die Erschliessung des Zeughauses durch ein Wohngebiet zu vermeiden, wird die Durchfahrt unter der Reussbrücke gegenüber dem generellen Projekt auf die Durchfahrtshöhe von 4,5 Meter angehoben.
  • Der durch die Krebspest befallene Birchbach soll künftig noch auf dem Tanklagergelände gereinigt und anschliessend direkt in den Mühlebach eingeleitet werden. Dadurch soll eine deutliche Verbesserung der Wasserqualität des Birchbachs erreicht werden.Zudem wurden im Rahmen des Dialogs die flankierenden Massnahmen noch einmal erläutert, deren Realisierung zwingender Bestandteil des Projekts sind. Sie werden gemeinsam mit den Abschnitten 1 und 2 öffentlich aufgelegt. Nach einer Einführungsphase werden die flankierenden Massnahmen auf ihre Wirksamkeit hin überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Ebenfalls wurde vertieft überprüft, ob im Rahmen des generellen Projekts tatsächlich keine Begutachtungspflicht seitens der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) besteht. Aufgrund eines Augenscheins bestätigte die ENHK diesen Sachverhalt gegenüber dem BVU.

Während der nächsten Wochen werden weitere bilaterale Besprechungen mit den einzelnen Landeigentümern geführt und das Auflageprojekt fertig ausgearbeitet. An einer öffentlichen Informationsveranstaltung wird das BVU Ende März 2012 über das Auflageprojekt informieren.

  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt