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Professoren treten in den Ruhestand oder übernehmen neue Aufgaben :
Laudatio von Professor Dr. Willy Schlachter

An der kommenden Diplomfeier am 15. Dez. 2001 werden drei verdiente Professoren verabschiedet, Professor André Faivre, Professor Heinrich Weigl und Professor Crispino Bergamaschi.

André Faivre schloss 1961 sein Architekturstudium an der ETH Zürich ab. Nach Tätigkeiten in verschiedenen Architektur- und Planungsbüros ging er 1967 an die ETH zurück, wo er bis 1971 als Oberassistent am damaligen Institut für Orts-, Regional- und Landesplanung (ORL) wirkte.An der damaligen HTL Brugg-Windisch wurde zu Beginn der 70er-Jahre durch eine Fachkommission die Frage der Planerausbildung als Nachdiplomstudium geprüft. André Faivre wurde zusammen mit Prof. Maurer in diese Kommission berufen. Auf Grund des befürwortenden Berichtes wurde entschieden, im Herbst 1971 das Nachdiplomstudium Raumplanung zu beginnen. André Faivre wurde per 16. Oktober 1971 als hauptamtlicher Dozent für Raumplanung an die HTL Brugg-Windisch gewählt. Ihm wurde die Verantwortung für das damals einzigartige Nachdiplomstudium übertragen. Mit grossem Engagement hat er es mit seinen Dozentenkollegen zu einem gesamtschweizerisch bekannten Markenzeichen gemacht, das untrennbar mit seinem Namen verbunden ist. Im Rahmen der praxisorientierten Ausbildung sind unzählige raumplanerische Konzepte und Studien entstanden, die an verschieden Orten der Schweiz umgesetzt wurden.Bereits früh begann das NDS Raumplanung die Studierenden in möglichst praxisnahen Projekten mit der rauhen Realität des planerischen Alltags zu konfrontieren. So zeugt beispielsweise die Bau- und Nutzungsordnung der Gemeinde Effingen ennet dem Bözberg von der Arbeit von zwei Jahrgängen von Planerinnen und Planern: Aber nicht nur theoretisches Wissen und Planen, sondern die Durchführung von Orientierungsversammlungen, Sitzungen mit den Gemeindebehörden standen auf dem Programm. Noch heute zeugen Dutzende von mittlerweile beachtlichen Kirsch- und Nussbäumen von einer Hochstammaktion, welche in der gesamten Bevölkerung von Effingen grossen Anklang fand.Mit André Faivres Pensionierung geht auch die Aera des Nachdiplomstudiums 'Raumplanung' an der FH Aargau zu Ende. In diesen exakt 30 Jahren hat André Faivre mit seinem Dozentenstab 272 Personen, 23 Damen und 249 Herren, zu begehrten Raumplanungsfachleuten ausgebildet, eine ausgezeichnete Leistung während einer beachtenswert langen Periode. Dafür gebührt Professor Faivre als Leiter und seinem Lehrkörper unser aufrichtiger Dank. Damit verbinden wir die besten Wünsche für den Ruhestand.Mit Professor Heinrich Weigl tritt der letzte Dozent der Gründergeneration der damaligen HTL Brugg-Windisch in den wohlverdienten Ruhestand. Nach seinem Abschluss als Mathematiker an der ETH Zürich wurde Heinrich Weigl bei den Professoren Eckmann und Voss Assistent. Die Lehrtätigkeit war von Anfang an seine Berufung. Bei Professor Rueff absolvierte er die pädagogische Zusatzprüfung. Während seiner Assistententätigkeit unterrichtete er an der ETH Ingenieurstudierende ohne Vorkenntnisse in Darstellender Geometrie sowie als Lehrbeauftragter an Kantonsschulen und am damaligen Technikum Winterthur. Es war deshalb kein Zufall, dass er unter einer grossen Zahl von Bewerbern als Dozent für Mathematik und Darstellende Geometrie mit Amtsantritt 16. Oktober 1965 an die neu eröffnete HTL Brugg-Windisch gewählt wurde.Heinrich Weigl war ein strenger, konsequent fordernder, fairer und jederzeit helfender Dozent, der von den Studierenden und von seinen Kollegen hoch geachtet wurde. Hunderte von Ingenieurstudierenden verdanken ihm ein solides Fundament in Mathematik. Der sinnvolle und zweckmässige Einsatz des Computers lag ihm am Herzen. In mehreren Sabbaticals befasste er sich mit numerischen Methoden und modernen Programmiersprachen und gab seine Kenntnisse auf dem neuesten Stand der Entwicklung an seine Studierenden weiter. Einer seiner letzten Klassen schrieb er folgendes in die Diplomzeitung, kennzeichnend für das offene, fast väterliche Verhältnis, das er mit seinen Studierenden hatte: "Ich bin überzeugt, dass Ihr in Zukunft einen guten Weg gehen werdet, nicht zuletzt auch durch die positive Haltung zum Leben allgemein, die Ihr in vielen Gesprächen, die ich mit Euch führen durfte, immer wieder gezeigt habt. ... Ihr habt gezeigt, dass es letztlich nicht so sehr auf die Struktur einer Schule ankommt, sondern vor allem auf die Einstellung und den Willen, Widerstände, auch innere, zu überwinden".Mit Professor Weigl verlässt ein hervorragender Pädagoge und Kollegen die FH Aargau. Seiner Offenheit und Herzlichkeit entsprangen sympathische Initiativen, die im Lehrkörper grossen Anklang fanden, wie etwa Skitouren oder das wöchtentliche "Plättli" über Mittag in seinem Büro. Wir danken ihm herzlich für seine 36-jährige Tätigkeit an unserer Schule und wünschen ihm alles Gute für den Ruhestand.

Mit Professor Crispino Bergamaschi verlässt ein jüngerer Kollege die FH Aargau, um als Rektor der Hochschule für Technik und Architektur Luzern-Horw eine neue Herausforderung anzunehmen. Sein Werdegang ist derjenige des "Königsweges", wie wir es an den Fachhochschulen gerne nennen: Nach der Lehre als Elektromechaniker bei Sprecher & Schuh in Aarau studierte er an der HTL Brugg-Windisch Elektrotechnik und schloss das Studium im Herbst 1986 mit Auszeichnung ab. In kürzest möglicher Zeit erlangte er 1990 an der ETH Zürich das Diplom als Elektroingenieur mit Auszeichnung. Er blieb als Assistent an der ETH am Institut für Feldtheorie und Höchstfrequenztechnik bei Professor Bächtold, absolvierte die Zusatzausbildung für das höhere Lehramt und erlangte bereits 1994 seinen Doktorgrad, wiederum mit Auszeichnung. Während seiner Assistenz war er zudem als Lehrbeauftragter für Elektronik an den HTL Zürich und Brugg-Windisch tätig. 1994 wurde Crispino Bergamaschi an der ETH Oberassistent und übernahm die Leitung einer Forschergruppe auf dem Gebiet Hochgeschwindigkeitselektronik.

Auf den 1. November 1995 erfolgte seine Berufung an die HTL Brugg-Windisch als Dozent für Mikroelektronik. Neben seiner Lehrtätigkeit befasste sich Crispino Bergamaschi mit dem Aufbau des Nachdiplomstudiums Mikroelektronik, arbeitete an Forschungsprojekten an der ETH mit und war beim Übergang zur Fachhochschule Mitbegründer der Fachgruppe "Angewandte Schaltungstechnik". Auf den 1. April 1999 erfolgte seine Wahl als Mitglied der Schulleitung der Fachhochschule Aargau für Technik, Wirtschaft und Gestaltung. Ihm wurde die Verantwortung für den Bereich anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung übertragen. Er traf mit den beiden bereits aufgebauten Zentren für CIM (Computer Integrated Manufancturing) und Mikroelektronik ein gutes Umfeld an. Seiner zielstrebigen Führung ist es zu verdanken, dass die FH Aargau beim Aufbau der Forschung in kurzer Zeit einen Spitzenplatz unter den Schweizer Fachhochschulen erreichen konnte.

Bereits ruft eine neue Herausforderung als Rektor einer Hochschule. Wir gratulieren Crispino Bergamaschi zur Wahl, danken ihm herzlich für seine viele Spuren hinterlassende erfolgreiche Tätigkeit bei uns und wünschen ihm an seinem neuen Wirkungsort alles Gute.

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