Potenzial erneuerbarer Energien in der Landwirtschaft
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Bäuerliche Dachflächen zur Stromproduktion
Im Kanton Aargau sollen zukünftig die Potenziale erneuerbarer Energien aus der Landwirtschaft besser genutzt werden. Der Regierungsrat hat hierzu die Schaffung einer interdepartementalen Fachplattform genehmigt und beauftragt Landwirtschaft Aargau konkrete Massnahmen vorzuschlagen.
Schon vor dem Ereignis im Kernkraftwerk Fukushima und im Einklang mit der neuen Energiestrategie des Bundesrats hat Landwirtschaft Aargau im März dieses Jahres der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) den Auftrag erteilt, das Potenzial erneuerbarer Energien in der Aargauer Landwirtschaft zu untersuchen. Der vom Regierungsrat zu Kenntnis genommene Bericht kommt zum Schluss, dass der Kanton Aargau unter den heutigen Voraussetzungen den Anteil erneuerbarer Energien im Bereich der Landwirtschaft erweitern kann.
Analyse zeigt Möglichkeiten für bäuerliche Stromproduktion
Gemäss der Studie liegt das grösste ungenutzte Potenzial zur landwirtschaftlichen Energiegewinnung bei der Solarenergienutzung und der Biogasproduktion. Würden beispielsweise alle nutzbaren bäuerlichen Dachflächen solar-energetisch genutzt (mit 3/4 Photovoltaik und 1/4 Sonnenkollektoren) könnte bei aktuellen Preisen Energie im Wert von 65 Millionen Franken aus Bauernhand produziert werden. Das entspricht etwa 20'000 Franken pro Landwirtschaftsbetrieb. Der gegenwärtige Ausnutzungsgrad dieses Potenzials liegt bei etwas mehr als 10 Prozent. Nicht ganz so eindrücklich sind die Möglichkeiten zur Stromproduktion aus bäuerlichen Biogasanlagen. Diese sind, gemessen an Grossanlagen, häufig zu klein, um die gewünschte Rentabilität zu erzielen. Dennoch ist das Potenzial mit der kostendeckenden Einspeisevergütung und bei steigenden Ölpreisen gross; das Potenzial für Biogas wird heute lediglich zu 3 Prozent ausgeschöpft. Untersucht wurde auch die Energieerzeugung aus Wasser- und Windkraft sowie aus Geothermie und Holz. Für die Landwirtschaft von Bedeutung ist aber einzig die Wärmeerzeugung aus Holz.
Fachwissen bündeln
Der Aargauer Regierungsrat hat zur zukünftigen Ausschöpfung der Potenziale im Bereich der alternativen Landwirtschaftsenergien die Bildung einer interdepartementalen Plattform genehmigt. Diese soll namentlich aus Vertreterinnen und Vertretern von Landwirtschaft Aargau und der Fachstelle Energie bestehen. Bis Mitte 2012 werden konkrete Massnahmen vorgeschlagen, wie Aargauer Bauern einen Beitrag zur Energieversorgung der Zukunft leisten können.