Positive Bilanz bei der Bekämpfung des Feuerbrands
:
Zusätzliche Kontroll- und Bekämpfungsmassnahmen geplant
Die gefährliche Bakterienkrankheit Feuerbrand wurde in diesem Jahr in 95 Aargauer Gemeinden registriert. Der stärkste Befall wurde im Bezirk Zofingen lokalisiert. Die Sanierungskosten betrugen über eine Million Franken. Die Task Force „Feuerbrand Aargau“ plant zusätzlich zur aktuellen Bekämpfungsstrategie weitere Massnahmen.
In 95 Aargauer Gemeinden mussten in diesem Jahr vom Feuerbrand befallene Pflanzen gerodet und verbrannt werden. Der stärkste Befall wurde im südlichen Kantonsteil, flächendeckend im Bezirk Zofingen und gebietsweise im Freiamt und Seetal lokalisiert (Details unter www.feuerbrand-ag.ch). Über 1000 Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer, 40 Obstanlagen und 4 Baumschulen waren von den umfangreichen Sanierungsmassnahmen direkt betroffen. Dies führte zu einem enormen Rodungs- und Kontrollaufwand der betroffenen Gemeinden und Landwirte. Gesamthaft wurden vom Kanton Fr. 1 150 000. Kontroll- und Bekämpfungskosten ausbezahlt. Diese werden vom Bund zur Hälfte zurückerstattet.
Positive Bilanz
Der Vorsteher des Departements Finanzen und Ressourcen, Regierungsrat Roland Brogli, zog nach der Sitzung der Task Force "Feuerbrand Aargau" vom 3. Dezember 2007 eine positive Bilanz. Trotz des schlimmsten Feuerbrandjahrs seit dem erstmaligen Auftreten der Krankheit trat im Kanton Aargau kein flächendeckender Befall auf. Im Vergleich zu anderen Kantonen sind die Schäden und der Befall kleiner. Die Zusammenarbeit mit den betroffenen Eigentümerinnen und Eigentümern und den Gemeinden war in dieser schwierigen Situation gut. In die Planung der Bekämpfungsstrategie 2008 sollen neue Erkenntnisse aufgenommen werden.
Strategie-Planung 2008
Die Task Force Feuerbrand will nach einer genauen Analyse der Situation einstimmig an der aktuellen Bekämpfungsstrategie festhalten. Die Massnahmen sollen laufend überprüft und wenn nötig sofort angepasst werden. Laut Matthias Müller, Leiter des kantonalen Pflanzenschutzdienstes an der Liebegg, ist in Gemeinden mit einem starken Vorjahresbefall ein "Frühwarnsystem" geplant. Zusätzlich will die Task Force mit Zustimmung der Naturschutzvertretungen ein kantonales Anpflanzverbot für Weissdorn als Moratorium für die nächsten 5 Jahre einführen. Damit der Feuerbrand von Bienen nicht über grössere Distanzen verbreitet wird, sollen Bienenkästen innerhalb von befallenen Regionen nicht mehr verstellt werden können. Zusätzlich ruft die Task Force alle Gartenbesitzer auf, Zierpflanzen wie Cotoneaster vorsorglich zu roden.
Feuerbrand verursacht grosse Schäden
National und international trat die Bakterienkrankheit Feuerbrand in diesem Jahr so häufig auf wie noch nie. Allein in der Schweiz sind mehrere 10 000 Hochstammbäume und mindestens 1000 Hektaren Erwerbsobstanlagen in mehr als 880 Gemeinden betroffen. Die Sanierungskosten betragen je nach Schätzung zwischen 30 bis 50 Millionen Franken. Die Vernichtung von kranken Pflanzen ist zum Schutz der gesunden Pflanzen weiterhin die einzige taugliche Bekämpfungsmassnahme.