Pilotprojekt Zeitvorsorge wird vom Kanton nicht umgesetzt
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Der Fokus der Alterspolitik richtet sich auf die bestehenden Schwerpunkte
Im November 2013 wurde die Diskussion zur Zeitvorsorge im Kanton Aargau an einer öffentlichen Kick-off-Veranstaltung lanciert. Eine breit abgestützte Arbeitsgruppe prüfte anschliessend die Bedürfnisse und die zu schaffenden Voraussetzungen im Kanton Aargau. Der Kanton Aargau sieht nach eingehender Prüfung der erarbeiteten Grundlagen von der Umsetzung des skizzierten Pilotprojekts ab – die Freiwilligenarbeit und eine zukunftsgerichtete Alterspolitik bleiben aber wichtige Anliegen des Regierungsrats.
Im Juni 2013 hat der Regierungsrat das von CVP-Grossrätin Theres Lepori mit einem Auftrag angestossene Projekt "Zeitvorsorge" zur weiteren Prüfung entgegengenommen. Der Zeitvorsorge liegt folgende Idee zu Grunde: Im gesunden Rentenalter unterstützt und betreut eine Person hilfsbedürftige ältere Menschen und lässt sich bis zu einer definierten Obergrenze die geleistete Zeit gutschreiben, die er oder sie später – bei eigener Hilfsbedürftigkeit – gegen entsprechende Unterstützungsleistungen eintauschen kann.
Die eingesetzte Arbeitsgruppe lotete die Chancen und Grenzen der Zeitvorsorge aus und skizzierte – ausgehend vom Projekt in der Stadt St. Gallen – ein fünfjähriges Pilotprojekt in zwei Aargauer Regionen.
Nach umfassender Beurteilung des erarbeiteten Vorschlags sieht der Regierungsrat von der Umsetzung des Pilotprojekts ab. Freiwilligenarbeit und Alterspolitik bleiben aber weiterhin wichtige Anliegen des Regierungsrats: Die Kräfte sollen in die bestehenden Aktivitäten der kantonalen Fachstelle Alter, der Fach- und Vermittlungsstelle für Freiwilligenarbeit BENEVOL Aargau und weiteren Organisationen fliessen.
Kantonaler Alterskongress "60 plus – es tut sich was!"
Der dritte kantonale Alterskongress vom 25. April 2015 zeigt, dass die Leitsätze zur Alterspolitik im Kanton Aargau konkret durch kantonale Stellen, Organisationen, Gemeinden und Privatpersonen umgesetzt werden. In zwölf Ateliers präsentieren sich die zwölf Projekte, welche für den "Silver Award" nominiert sind. Mit dem "Silver Award" würdigt der Kanton Aargau inspirierende Projekte und verbreitet vielversprechende Ideen im Altersbereich. Mit Beispielen wie "Ned elei i eusem Dorf" vom Seniorenrat Niederwil und dem "Kantonalen Palliative Care Begleitdienst" der Reformierten Landeskirchen sind dieses Jahr auch Ansätze vertreten, welche den Zielen der Zeitvorsorge gleichen – auch wenn keine Stunden angespart werden können. Ob diese Projekte zu den Preisträgern des zweiten "Silver Awards" gehören, wird an der Preisverleihung am Alterskongress bekannt gegeben.