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Neue Konzession für das Kraftwerk Rüchlig in Aarau :
Lösung der Hochwasserschutzprobleme in den Quartieren Scheibenschachen und Telli

Der Regierungsrat hat der Axpo AG eine neue Konzession für die nächsten sechzig Jahre zur Nutzung der Aare im Kraftwerk Rüchlig in Aarau erteilt. Mit der Neukonzessionierung wird die Axpo AG verpflichtet, die Stromproduktion leicht zu erhöhen, die Hochwassersituation zu verbessern, ein Dotierkraftwerk zu bauen und die Restwassermenge zu erhöhen. Die neue Konzession gilt unter dem Vorbehalt, dass keine Beschwerden an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden

Die Errichtung des Kraftwerks Rüchlig in Aarau geht auf ein Wasserrecht zurück, das im Jahr 1882 erteilt worden war. Die heutige, bestehende Konzession läuft am 21. September 2011 ab. Im Jahr 2006 reichte die Axpo AG ein Konzessionsgesuch ein, das aus finanziellen Gründen im Frühjahr 2010 zurückgezogen wurde. Im Sommer 2010 reichte sie ein neues Gesuch ein. Nun hat der Regierungsrat in einem einstufigen Verfahren der Axpo AG die Konzession und die Bewilligung für den Ausbau des Kraftwerks Rüchlig erteilt.

Die Bewilligung umfasst ein leicht reduziertes Projekt: Anstelle der Maschinengruppen 4 bis 6 werden zwei neue Hochwasserentlastungen, eine Erneuerung der Maschinengruppen 1 bis 3 unter Beibehaltung diverser Bauteile und eine vierte, neue Turbine erstellt. Dazu kommen eine Dotieranlage in der Restwasserstrecke, eine neue Bootsübersetzstelle, zwei neue Fischtreppen und neun ökologische Ausgleichsmassnahmen (s. Anhang). Bei der Dotierturbine wird erstmals in der Schweiz eine Anlage erstellt, die den Fischabstieg ermöglicht. Dazu werden beim Hauptkraftwerk zwei Öffnungen vorgesehen. Die Restwassermenge muss von heute 10 m3/s auf 30 bis 40 m3/s erhöht werden. Die Hochwassermenge, die nun sicher abgeführt werden kann, steigt von heute 1'000 m3/s (ohne Freibord) auf 1'400 m3/s (mit 70 cm Freibord).

Mit den 125 Einsprechern konnten nach harten aber konstruktiven Einspracheverhandlungen praktisch in allen Fällen Lösungen gefunden werden. Die Einsprachen erfolgten gegen das ursprüngliche Gesuch und betreffen im Wesentlichen den prognostizierten Anstieg des Grundwasserspiegels. In der Zwischenzeit sieht eine Projektänderung eine Dichtwand vor, welche die Problematik löst.

Die nun erteilte Konzession wird es der Axpo AG erlauben, energiewirtschaftliche und ökologische Ziele miteinander in Einklang zu bringen. Die zweijährige Bauphase wird durch eine beratende Kommission begleitet, wie sich dies bei anderen Kraftwerksprojekten schon sehr bewährt hat.

  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt
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