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Neu entdeckter römischer Gutshof in Möriken :
Ausgrabungen im Hauptgebäude der Villa

Am Römerweg in Möriken untersucht seit Mitte April eine Equipe der Kantonsarchäologie die Ruinen des Hauptgebäudes eines bislang unbekannten römischen Gutshofes. Er wurde in der zweiten Hälfte des 1. Jh. n. Chr. erbaut.

Dass am Römerweg in Möriken - nomen est omen - einst ein römischer Gutshof stand, wurde bisher zwar auf Grund gelegentlicher Funde von Ziegeln, Mörtelresten und Mauerschutt vermutet, jedoch fanden bisher keine systematischen archäologischen Ausgrabungen statt. Nun, da die Parzelle am Römerweg 1 durch ein Einfamilienhaus überbaut werden soll, wurde eine Ausgrabung nötig - und aus der Vermutung Gewissheit: Hier befand sich eine römische Villa. Ein Teil des Hauptgebäudes wird in diesen Wochen archäologisch untersucht und dokumentiert.

Eine Villa in bester Wohnlage

Der Gutshof von Möriken liegt am Hangfuss des Chestenbergs im Gebiet Leimgrube. Bislang ist einzig das diesen Frühling entdeckte, massiv gemauerte, über 20 Meter lange und mindestens zehn Meter breite Hauptgebäude bekannt. Das grosse Wohnhaus des Villenbesitzers und seiner Familie war mit seiner Stirnseite nach Süden ausgerichtet. Es überblickte die Terrasse des heutigen Dorfes Möriken, das Tal der Bünz sowie die römische Siedlung und die drei markanten Hügel von Lenzburg. Bei schönem Wetter schweifte der Blick bis zu den am Horizont erkennbaren schneebedeckten Alpen.Das Gebäude verfügte vor seiner Südfassade wahrscheinlich über einen laubenartigen Gang, einen sogenannten Porticus. Einzelne Räume waren mit Wand- und Bodenheizungen ausgestattet, die Wände wohl teilweise mit Malereien versehen. Zwei grosse, aus Tonplatten und Dachziegeln gesetzte Herdstellen weisen auf eine Küche hin.

Der Gutshof wurde, wie Funde von Ziegeln mit Stempeln der in Vindonissa stationierten 21. und 11. Legion belegen, in der zweiten Hälfte des 1. Jh. n. Chr. erbaut. Zu einem noch unbekannten Zeitpunkt fiel das Hauptgebäude einer Feuersbrunst zum Opfer. Zumindest ein Raum scheint aber auch danach, sicher bis ins 4. Jh. n. Chr., noch bewohnt worden zu sein.

Öffentliche Führung am 3. Juni 2003

Die archäologischen Ausgrabungen in Möriken dauern noch bis Ende Juni. Während der Anwesenheit der Grabungsequipe ist die Grabung für Besucher offen. Für Gruppen wird jedoch um Anmeldung gebeten (Tel. 056 462 48 11). Zudem findet am Dienstag, den 3. Juni um 18 00 eine öffentliche Führung statt.

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