Mit Nässe zu wertvollen Waldlebensräumen
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Renaturierung von acht Hektaren Staatswald
Im Staatswald Langholz in der Gemeinde Rothrist wird im Verlauf des Spätsommers 2010 ein Projekt zur Wiedervernässung von rund acht Hektaren Waldfläche realisiert. So stellen sich auf natürliche Weise lichte, offene Wälder ein. Davon profitieren unter anderem die Waldschnepfe sowie Frösche und Kröten.
Im südlich oberhalb Rothrist gelegenen Waldgebiet Langholz spielt Wasser eine wichtige Rolle: Diverse Flurbezeichnungen wie Stockmösli, Moos, Stierlimoos und Obermoos belegen, dass hier nasse Standorte zu finden sind. Auch die diversen Entwässerungsgräben, die im Langholz vor langer Zeit angelegt wurden, zeugen vom in früheren Zeiten unerwünschten Wasserreichtum. Das Abführen des Wassers über die Drainagegräben hat zu einer Beeinträchtigung der wertvollen Feucht- und Nasswaldgesellschaften geführt.
Der Kanton Aargau besitzt im Langholz rund achtzig Hektaren Wald. Aus dem Höhenmodell des Gebiets geht hervor, dass auf rund acht Hektaren eine natürliche Senkensituation vorhanden ist. Eine solche erlaubt, mit minimalen baulichen Eingriffen eine Wiedervernässung und damit Renaturierung des Gebiets herbeizuführen. Infolge des Projekts kommt es zu geringfügigen Änderungen des Waldstrassennetzes: Zwei kurze Abschnitte werden aufgehoben, die Signalisation der neuen Wanderwegführung ist erfolgt.
Im Juli 2009 wurden die Gemeinde Rothrist, die angrenzenden Waldeigentümerinnen und -eigentümer sowie Vertreter der lokalen Jagdgesellschaften und Natur- und Vogelschutzvereine über das Projekt vor Ort orientiert. Vorgesehen sind das abschnittsweise Verschliessen der Entwässerungsgräben sowie das Anlegen von Oberflächendämmen, die bis zirka siebzig Zentimeter hoch werden. Damit können das anfallende Niederschlagswasser länger im Gebiet gehalten, der Grundwasserspiegel angehoben und damit langfristig lichte Waldstrukturen erzielt werden. Von der Renaturierung des sehr seltenen Waldlebensraums profitieren insbesondere die Waldschnepfe, Amphibien und Schnecken.
Die Bauarbeiten werden im Verlaufe des Spätsommers 2010 günstige Witterungsverhältnisse vorausgesetzt ausgeführt.