Mit "300 Jahre Friede von Baden" wird im September 2014 eine historische Weichenstellung für Europa gefeiert
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Staatsakt, Ausstellung und Fachkongress zum "Gedenken 1714"
Vor 300 Jahren wurde im Aargau mit dem "Frieden von Baden" eine Urkunde unterzeichnet, die für die weitere Entwicklung von Europa eine historische Weichenstellung bedeutete. Zum "Gedenken 1714" findet am 6. September in Baden ein Fest- und Staatsakt mit Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, Delegationen aus den Kantonen sowie Gästen aus den am historischen Ereignis beteiligten Nationen statt. Im Historischen Museum Baden ist ab dem 7. September die Sonderausstellung "Frieden verhandeln" zu sehen und am 5. und 6. September wird eine historische Fachtagung durchgeführt.
Am 7. September 1714 unterzeichneten Marschall de Villars und Prinz Eugen von Savoyen in Baden den letzten der drei Friedensverträge, die den Spanischen Erbfolgekrieg beendeten. Ein wichtiges Geschichtsereignis, das einen historischen Wendepunkt markiert: Der Abschluss der Verträge in Utrecht (1713), Rastatt (1714) und Baden (1714) liess erstmals Ansätze eines machtpolitischen Gleichgewichts der Kräfte in Europa erkennen. Es handelte sich auch um einen für die Eidgenossenschaft historischen Meilenstein: 1714 wurde auf ihrem Boden der erste internationale Friedenskongress durchgeführt – und damit die Tradition der "Guten Dienste" begründet, welche die Schweiz weltweit im diplomatischen und humanitären Bereich bis heute leistet.
Die Verhandlungen in Baden fanden zwischen den Delegationen von Kaiser Karl VI. im Namen des Heiligen Römischen Reiches und des französischen Königs Ludwig XIV. statt. Während der fünfmonatigen Verhandlungszeit logierten über 60 Delegationen aus ganz Europa in Baden und brachten viel Geld und Glanz in die Limmatstadt.
Festakt, Ausstellung, Buchvernissage und Fachtagung
Als Beitrag zur nationalen Erinnerungskultur organisieren der Kanton Aargau und die Stadt Baden verschiedene Veranstaltungen zum "Gedenken 1714 – 300 Jahre Friede von Baden".
Am Samstag, 6. September 2014, 15 Uhr, findet in der Badener Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt eine öffentliche Gedenkfeier statt. Neben Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf und Delegationen aus den Kantonen können Gästedelegationen aus den 1714 an den Friedensverhandlungen von Baden beteiligten Nachfolgestaaten begrüsst werden.
Unter dem Titel "Frieden verhandeln – Baden als Zentrum der europäischen Friedensdiplomatie 1714" präsentiert das Historische Museum Baden vom 7. September 2014 bis zum 25. Januar 2015 eine Ausstellung, die sich dem Konflikt um die Spanische Erbfolge widmet und die Bedeutung der Diplomatie vor drei Jahrhunderten aufzeigt. Die Vernissage findet am Sonntag, 7. September 2014, 11 Uhr statt.
Am 5. und 6. September bildet die Fachtagung "Europäische Kongressorte der Frühen Neuzeit im Vergleich: Der Friede von Baden 1714" den Abschluss einer Reihe wissenschaftlicher Veranstaltungen zum Dreifachfrieden Utrecht – Rastatt – Baden. Historikerinnen und Historiker aus Deutschland, Frankreich, der Schweiz und den Niederlanden beleuchten unter anderem die Rolle von Baden als Tagsatzungs- und Kongressort. Die Tagung findet in der Berufsfachschule BBB auf dem Martinsberg in Baden statt.
Am Freitagabend, 5. September, 17.30 Uhr, steht zudem in den Badener Trafo Hallen die Buchvernissage "Diarium von C. J. Dorer" auf dem Programm. Der Badener Stadtfähnrich Capar Joseph Dorer hatte 1714 den Kongressverlauf beobachtet und minuziös in einem Tagebuch festgehalten.
Die Veranstaltungen zum "Gedenken 1714 – 300 Jahre Friede von Baden" werden vom Kanton Aargau, der Stadt Baden und dem Historischen Museum Baden organisiert. Dies in Zusammenarbeit mit der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau, der Abteilung für Neuere Geschichte des Historischen Instituts der Universität Bern, dem Historischen Dienst des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten sowie dem Historischen Lexikon Schweiz.
"Gedenken-1714"-Veranstaltungen sind öffentlich und kostenlos – Ticket-Reservation ab Mitte April
Die Veranstaltungen zum "Gedenken 1714" sind öffentlich und kostenlos. Auch am Fest- und Staatsakt vom Samstag, 6. September, in der Badener Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt kann die Bevölkerung teilnehmen. Aufgrund des beschränkten Platzangebots ist jedoch eine Reservation notwendig; ebenso für die Teilnahmen an der Ausstellungsvernissage vom 7. September sowie der Fachtagung vom 5. und 6. September. Einzel- oder Kombi-Tickets können ab dem 14. April 2014 gratis unter www.baden.ch/gedenken1714 oder über Telefon +41 56 200 84 84 reserviert werden. Die Teilnehmendenzahl ist beschränkt.
Weitere Informationen zum "Gedenken 1714" beziehungsweise zum Jubiläum "300 Jahre Friede von Baden" sind im Internet unter www.ag.ch/gedenken1714 erhältlich.
Flyer zum "Gedenken 1714" – "300 Jahre Friede von Baden" (PDF, 4 Seiten, 2,2 MB)