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Merkurs Löwe in der Nord-Vorstadt von Augusta :
Notgrabungen in Kaiseraugst auf dem Areal Buebechilch

Bei Notgrabungen in Kaiseraugst hat die Kantonsarchäologie Aargau eine Gemme mit Löwendarstellung gefunden und damit Neues zur Nord-Vorstadt von Augusta Raurica erfahren. Grosse Teile der Parzelle sollen überschüttet werden. Im Sinne des "Bauens über den Ruinen" werden Bauten auf diese Aufschüttung gestellt.

Wenn in Kaiseraugst ein Bauvorhaben römische Strukturen zerstört, gräbt die Kantonsarchäologie Aargau im Rahmen so genannter Notgrabungen zuvor die Kulturschichten aus. Damit werden neue Erkenntnisse zu den einzelnen Quartieren gewonnen und bisher unbekannte Funde geborgen. Das Puzzle fügt sich so zu einem immer vollständigeren Bild der Römerstadt Augusta Raurica zusammen. Beim laufenden Bodeneingriff erwartet die Kantonsarchäologie Aussagen zur Struktur, Datierung und Funktion der Streifenhäuser der Nord-Vorstadt von Augusta Raurica.

Auf der Flur Buebechilch, südlich des Bahnhofs Kaiseraugst, schnitt die Grabungsequipe die grosse Verbindungsstrasse zwischen dem Stadtzentrum von Augusta Raurica und dem Rhein an. Auf der Ostseite legte sie eine Randbebauung des 1. Jahrhunderts n. Chr. in Holz-/Lehmbauweise frei. Aufgrund der Eisenschlacken in Werkgruben müssen diese Bauten gewerblich genutzt worden sein. Nach Aufgabe der Holz-/Lehmbauten entstand darüber eine römische Quartiererschliessungsstrasse - die heute auf dem Wiesland nicht mehr sichtbare römische Staldenstrasse. Im Ostteil des Grabungsstreifens stiess man auf deren nördliche Randbebauung in Form von Steinbauten mit Gussböden, Reste von hypokaustierten Räumen (Fussbodenheizung) und einem Präfurnium (Einfeuerungsofen), sowie Räume mit wasserdichtem Wandverputz.

Beim Abtragen der Nutzungsschichten um eine Feuerstelle der frühen Holz-/Lehmbauperiode fanden die Ausgräber auch einen grünen Stein eines Fingerrings. Er zeigt einen springenden Löwen und den Heroldsstab des Merkurs.

Auf der Buebechilch ist eine Überbauung mit 14 Einfamilienhäusern geplant. Die Kantonsarchäologie muss sich auf jene Flächen beschränken, die durch Mauerfundamente und Werkleitungen zerstört werden. Die übrigen Flächen sollen aufgeschüttet und darüber Betonplatten gegossen werden, auf welche die nicht unterkellerten Häuser montiert werden. Vielleicht ist es in zwei, drei Generationen möglich, die im Boden erhaltenen Streifenhäuser entlang der römischen Castrumstrasse als Ganzes ebenfalls zu ergraben.

  • Departement Bildung, Kultur und Sport