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Mehr Erwerbslose in der Sozialhilfe :
Sozialhilfestatistik 2009 im Aargau

Im Kanton Aargau hat die Zahl der mit Sozialhilfe unterstützten Personen im Jahr 2009 nur leicht zugenommen. Die ungünstigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen des vergangenen Jahres wirkten sich vielmehr auf die Zusammensetzung der Sozialhilfeempfangenden aus, etwa auf die Erwerbssituation der unterstützten Personen.

Im Jahr 2009 wurden 11'182 Personen mit Sozialhilfe unterstützt (Vorjahr: 10'918). Der Anteil der unterstützten Personen an der Gesamtbevölkerung, das heisst die Sozialhilfequote, ist mit 1,9 Prozent unverändert.

Mehr Alleinerziehende und 46- bis 64-Jährige

Zwei Trends setzen sich 2009 fort: Erstens steigt die hohe Unterstützungsquote der Alleinerziehenden stetig an. Sie hat von 10,2 Prozent im Jahr 2005 auf 13,0 Prozent im Jahr 2009 zugenommen. Damit ist die Unterstützungsquote der Alleinerziehenden 13 Mal höher als diejenige der Paare mit Kindern. Zweitens nimmt die Sozialhilfequote der Altersgruppen zwischen 46 Jahren und dem Pensionsalter zu. Insbesondere die Quote der 56- bis 64-Jährigen steigt seit Beginn der Erhebung im Jahr 2005 kontinuierlich an. Allerdings liegt sie auch im Jahr 2009 mit 1,3 Prozent unter dem kantonalen Durchschnitt und damit immer noch deutlich tiefer als diejenige der jüngeren Altersgruppen.

Wirtschaftsflaute macht sich bemerkbar

Der Rückgang der Fallzahlen im Jahr 2008 war primär auf die gute Konjunktur zurückzuführen. Deutlich schlechter war das gesamtwirtschaftliche Umfeld im Jahr 2009 mit Folgen. Die Verbesserung der Erwerbssituation als Grund für den Ausstieg aus der Sozialhilfe ist seltener. Der Anteil der Erwerbstätigen ist mit 23,2 Prozent so tief wie noch nie. Umgekehrt machen die Erwerbslosen 35,1 Prozent der unterstützten Personen aus; das ist der höchste Wert seit Erhebungsbeginn. Gut 37 Prozent der erwerbslosen Sozialhilfeempfangenden sind beim RAV gemeldet. Das sind 4 Prozentpunkte mehr als 2008.

Erwerbslose sind häufig Kurzzeitbezüger

Gut ein Fünftel der Unterstützungen dauern weniger als ein Jahr. Diese so genannten Kurzzeitbezügerinnen und Kurzzeitbezüger sind im Vergleich zu den länger Unterstützten eher jung und eher schweizerischer Nationalität. Kurzzeitbezüger sind vermehrt erwerbslose Personen, für welche die Sozialhilfe das gesamte Einkommen ausmacht. Der Weg aus der Sozialhilfe führt bei dieser Gruppe häufig über die Verbesserung der Erwerbssituation. Umgekehrt sind bei den Langzeitbezügerinnen und -bezügern die Altersgruppen ab 46 Jahren, Ausländerinnen und Ausländer sowie Nichterwerbspersonen stärker vertreten. Die Sozialhilfe der Langzeitbezügerinnen und -bezüger wird weniger durch die Verbesserung der Erwerbssituation beendet, sondern eher durch andere Sozialleistungen wie Sozialversicherungen abgelöst.

1'600 Alimente bevorschusst

Die 1'600 Alimentenbevorschussungen im Jahr 2009 betreffen 3'750 Personen. Dabei hat der Anteil der Elternteile mit nur einem Kind von gut 50 Prozent auf knapp 56 Prozent zugenommen. Elternteile mit zwei Kindern machen gut einen Viertel aus.

  • Departement Finanzen und Ressourcen