Mehr direkte Übertritte in die Sekundarstufe II
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Die Ergebnisse der Schulabgängerbefragung STEP I 2010 liegen vor
Den Aargauer Schulabgängerinnen und -abgängern gelingt es mehrheitlich, nach der Volksschule nahtlos in die Sekundarstufe II einzutreten. Rund 81 Prozent meisterte den ersten grossen Schritt nach der Volksschule auf Anhieb. Dies bedeutet im Vergleich zu den Vorjahren einen erneuten Zuwachs an direkten Übertritten (2009: 80 Prozent, 2008: 77 Prozent). Davon begannen 57 Prozent eine Berufslehre und knapp 24 Prozent traten in eine Mittelschule ein.
STEP I steht für den grossen Schritt von der Sekundarstufe I in die nachobligatorische Ausbildung. Bereits zum vierten Mal führte das Statistische Amt im Auftrag des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS) die Befragung durch. Wie in den Jahren zuvor konnten die Anschlusslösungen der Jugendlichen im Abschlussjahr flächendeckend erfasst werden. Erstmals wurden neben den Schülerinnen und Schülern der Regel- und Sonderklassen auch die Jugendlichen der stationären Sonderschulen und Tagessonderschulen in die Erhebung integriert.
Von den 6'769 Aargauer Schülerinnen und Schülern im Abschlussjahr wiederholen vier Prozent das letzte Schuljahr. Etwa die Hälfte dieser Jugendlichen verbindet mit der Repetition den Wechsel in einen höheren Schultyp oder von der Sonder- in die Regelschule. Die grosse Mehrheit verlässt jedoch die Schule nach dem 9. Schuljahr. Wohin die Wege dieser Jugendlichen führen, dokumentieren die Daten aus STEP I.
Trends der letzten Jahre setzen sich fort
Die diesjährigen Anschlusslösungen der Schülerinnen und Schüler aus Regel- und Sonderklassen lassen sich mit den Zahlen der STEP I Erhebungen 2008 und 2009 vergleichen. Dabei zeigt sich, dass sich einige bereits im Vorjahr festgestellte Entwicklungen fortsetzen. So wächst der Anteil der Schulabgängerinnen und -abgänger, die direkt in eine Mittelschule wechseln, weiter an. Waren dies 2008 noch ein Fünftel (20 Prozent), so sind es in diesem Jahr bereits ein knappes Viertel (24 Prozent). Den grössten Zuwachs verzeichnet das Gymnasium (+3,2 Prozentpunkte). Auch der Anteil Jugendlicher, welche eine Berufsmaturität anstreben, hat in den letzten Jahren leicht zugenommen und liegt nun bei 9 Prozent. Die berufliche Grundbildung ist die am meisten gewählte Anschlusslösung (57 Prozent); dies hat sich gegenüber den Vorjahren nicht verändert.
Direkte Übertritte in weiterführende Ausbildung nehmen weiter zu
81 Prozent der Abgängerinnen und Abgänger treten direkt in die nachobligatorische Ausbildung ein. Diese Quote der direkten Übertritte ist gegenüber dem Vorjahr um 1 Prozentpunkt und gegenüber dem Jahr 2008 um 4 Prozentpunkte angestiegen. Zunehmend mehr Jugendliche setzen also ihre Ausbildung nach der obligatorischen Schule nahtlos fort. Entsprechend rückgängig sind Zahlen der Schulabgängerinnen und -abgänger, die ein Brückenangebot wählen (-5,6 Prozentpunkte). Erfreulicherweise ist auch der Anteil derjenigen, welche kurz vor den Sommerferien noch keine Anschlusslösung haben, weiter zurückgegangen. 2008 lag der Anteil der Gruppe ohne Anschlusslösung bei 2,4 Prozent, 2009 bei 2,2 Prozent und in diesem Jahr sind es noch 2 Prozent.
Besuchter Schultyp stellt Weichen für weiteren Bildungsweg
Die Chance auf einen direkten Einstieg in die Sekundarstufe II steigt oder fällt mit dem besuchten Schultyp. Die besten Aussichten haben Abgängerinnen und Abgänger der Bezirksschule. 95 Prozent von ihnen beginnen direkt mit einer nachobligatorischen Ausbildung. Bei den Sekundarschülerinnen und -schülern ist die direkte Übertrittsquote mit 78 Prozent deutlich geringer. Noch tiefer fällt die Übertrittsquote bei den Realschülerinnen und -schülern aus, welche die Schule verlassen. 64 Prozent von ihnen schaffen den Übergang in die Sekundarstufe II auf Anhieb. Ähnlich hoch (61 Prozent) ist die Quote bei den Abgängerinnen und Abgängern des Berufswahljahrs. Von den Lernenden der Kleinklasse gelingt 40 Prozent der direkte Einstieg in die nachobligatorische Ausbildung, bei den Lernenden des Werkjahrs sind es 38 Prozent und bei denjenigen der Integrations- und Berufsfindungsklassen 18 Prozent. Von den Abgängerinnen und Abgängern aus der Sonderschule steigen 56 Prozent direkt in die Sekundarstufe II ein. Die meisten von ihnen gehen in die berufliche Grundbildung.
Schultypenabhängig ist auch das Risiko, beim Verlassen der Volksschule keine Anschlusslösung vorweisen zu können. Von Abgängerinnen und Abgängern aus der Bezirksschule, Sekundarschule, Integrations- und Berufsfindungsklasse sowie aus Sonderschulen können nur 1 Prozent oder weniger keine Anschlusslösung angeben. Unter den Realschülerinnen und -schülern sind es hingegen 5 Prozent, die kurz vor den Sommerferien noch nicht wissen, wie es nach dem Schulabschluss weitergehen soll. Bei über 10 Prozent liegt die entsprechende Quote bei Abgängerinnen und Abgängern aus dem Berufswahljahr, dem Werkjahr und aus den Kleinklassen. Bei den insgesamt 130 Jugendlichen, die kurz vor Schulabschluss noch keine Anschlusslösung haben, handelt es sich mehrheitlich um männliche Schulabgänger (61 Prozent) und überproportional viele ausländische Jugendliche (56 Prozent).
Weitere Ergebnisse enthält der Bericht "STEP I 2010". Der Bericht ist als PDF-Datei unter www.ag.ch/bks > Aktuelles > Kennzahlen Bildung abrufbar.