Lehrkräftestatistik 1998/1999 für Volks- und Mittelschulen
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Mal zu viel, mal zu wenig Lehrkräfte im Aargau
Der Arbeitsmarkt für Lehrkräfte war im Aargau in den letzten Jahrzehnten deutlichen Schwankungen unterworfen: Die Übergänge vom Mangel zum Überfluss erfolgten recht abrupt, wie ein Blick in die soeben veröffentlichte Lehrkräfte-Statistik zeigt.
Die Lehrkräfte-Statistik, die für den Volksschulbereich seit 1993 und für den Mittelschulbereich seit 1995 durchgeführt wird, soll Möglichkeiten eröffnen, entsprechende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und soweit möglich Vorkehrungen zu treffen.
Mehr Schulkinder, mehr Lehrkräfte
1998 stagnierte die Zahl der Lehrkräfte erstmals gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig mit der Zunahme der Lehrkräfte stieg die Zahl der Schüler und Schülerinnen der entsprechenden Schultypen von 60'609 im Jahr 1993 auf 64'719 im Jahr 1998 (plus 6,8 Prozent).
Insgesamt stieg jedoch die Zahl der Volksschul-Lehrkräfte seit 1993 um 453 Personen (7,2 Prozent) von 6'267 auf 6'720 Personen. Umgerechnet auf Vollzeit-Stellen ergibt dies ein Plus von 7,9 Prozent (total 4'577 Stellen).
Volksschule: zwei Drittel Lehrerinnen
Knapp zwei Drittel der Volksschullehrkräfte sind Frauen. 1998 standen 4'175 Lehrerinnen 2'545 Lehrern gegenüber. Die Entwicklung fiel geschlechterspezifisch sehr unterschiedlich aus. Bei den Lehrerinnen machte der Anstieg in den letzten fünf Jahren 12 Prozent aus. Die Zahl der Lehrer war nach einer leichten Zunahme zwischen 1993 und 1997 im Jahr 1998 erstmals wieder rückläufig. Über den ganzen Zeitraum betrachtet liegt die Zahl der Lehrer 1998 nur um fünf Personen höher als 1993. Bedingt durch die unterschiedliche Entwicklung verschob sich das Geschlechterverhältnis noch etwas mehr zugunsten der Lehrerinnen.
Mittelschule: ein Drittel Lehrerinnen
Im November des Jahres 1998 waren an den Mittelschulen des Kantons Aargau insgesamt 613 Lehrkräfte beschäftigt - 406 Männer (66,2 Prozent) und 207 Frauen (33,8 Prozent). Gegenüber 1995 sank die Zahl der Lehrkräfte gesamthaft um 10 Personen (minus 1,6 Prozent): Die Lehrer verzeichneten ein Minus von 34 Personen, die Lehrerinnen dagegen ein Plus von 24 Personen. Damit ist der Frauenanteil bei den Mittelschullehrkräften von 1995 bis 1998 von 29,4 auf 33,8 Prozent gestiegen.
Interessant ist auch die Entwicklung von Kennzahlen wie Anzahl Lehrkräfte pro Abteilung und Anzahl Schüler und Schülerinnen pro Lehrkraft und Abteilung. Um die Unterrichtssituation zu widerspiegeln, wird dabei anstelle der Lehrkräfte die entsprechende Anzahl Vollzeitstellen berücksichtigt. Pro Mittelschulabteilung trifft es durchschnittlich 2 Lehrkräfte. Diese Kennzahl ist über den gesamten Zeitraum betrachtet stabil geblieben. Anders verhält es sich mit der Zahl der Schüler und Schülerinnen pro Vollzeitstelle. Sie stieg von 10,4 im Jahr 1995 auf 10,9 im Jahr 1998. Ebenfalls angestiegen ist die Zahl der Schüler und Schülerinnen pro Abteilung (1995: 21,3; 1998: 22,2).