"Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion zur Energie-Versorgungssicherheit und einer drohenden Mangellage handelt es sich um einen bedeutenden Meilenstein", sagte Regierungsrat und Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) Stephan Attiger vor den Medien. Und: "Damit leisten der Aargau und die SBB auch einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele des Kantons und des Bundes." Die geplanten Umweltmassnahmen würden zudem die Weiterentwicklung des nationalen Auenschutzparks fördern, so Attiger.
Joëlle Hars, Leiterin SBB Energie, freute sich: "Die Konzession für das Laufwasserkraftwerk Rupperswil-Auenstein gewährleistet, dass weiterhin jeder zehnte Zug umweltfreundlich mit Aargauer Wasserkraft fahren kann." Die SBB fahre heute bereits mit 90 Prozent Wasserkraft, so Hars. "Bis 2025 wollen wir ausschliesslich mit erneuerbarer Energie unterwegs sein. Das Laufwasserkraftwerk Rupperswil-Auenstein leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung dieses Ziels", führte Hars aus.
Umweltmassnahmen im unmittelbaren Perimeter des Kraftwerks
Im nun bewilligten Konzessionsprojekt wird das Kraftwerk weder baulich noch betrieblich verändert. Bei den in Bezug auf die Konzessionierung relevanten Massnahmen handelt es sich ausschliesslich um Umweltmassnahmen im unmittelbaren Perimeter des Kraftwerks. So sollen beispielsweise das Umgehungsgewässer des Kraftwerks und der Seitenarm des bestehenden Auenschutzparks mit einem neuen Gewässer verbunden werden, dieser neue Auenbach bildet einen wichtigen Lebensraum für Tiere und Pflanzen.
Weiter soll die Restwassermenge erhöht und die Restwasserstrecke durch betriebliche Anpassungen am Kraftwerk dynamisiert werden, was die Entwicklung der Aue fördert. Ausserdem sind diverse Revitalisierungen und Strukturierungen im Unterwasserkanal sowie in der Stau- und Restwasserstrecke vorgesehen – zum Beispiel Uferanschüttungen für den Ausstieg von Wildtieren, der Einbau von Raubäumen und Wurzelstöcken, Buchten im Uferbereich oder Kiesschüttungen zur Förderung von Laichhabitaten. Als separates Projekt wird zudem in den nächsten Jahren im Auftrag des Bundes die Sanierung der Fischgängigkeit mit verschiedenen Massnahmen wie zum Beispiel die Verbesserung des Fischaufstiegs beim Kraftwerk und des Fischabstiegs am Dotierkraftwerk umgesetzt.