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"Lärm stinkt!" – auch im Aargau :
Tag gegen Lärm vom 25. April 2018: Lärm-Beratungsstand in Aarau

Dass belastete Luft krank machen kann, ist den meisten bewusst. Dass aber auch Lärm die Gesundheit beeinträchtigt, ist weniger bekannt. Am Tag gegen Lärm vom Mittwoch, 25. April 2018, stehen in der Schweiz unter dem Motto "Lärm stinkt!" die gesundheitsgefährdenden Auswirkungen von Lärm im Fokus – insbesondere der Verkehrslärm und der Nachtlärm. Am Tag gegen Lärm vom 25. April 2018 ist das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) an der Bahnhofstrasse vor der Handelsschule KV in Aarau mit einem Beratungsstand präsent und beantwortet alle Fragen rund um das Thema Lärm (siehe Box unten).

Lärm verursacht Stress und beeinträchtigt unseren Schlaf. Das Nervensystem und das hormonelle System werden dadurch beeinflusst. Die Folgen: Bluthochdruck sowie Veränderung der Herzfrequenz und anderen Kreislauffaktoren. Dies kann sich erheblich auf unsere Gesundheit auswirken. Dies zeigen erste Resultate der SiRENE-Studie unter der Leitung des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts (siehe Box unten).

Die SiRENE-Studie weist nach, dass das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beim Strassenlärm am stärksten ausgeprägt ist. Bei einer Zunahme der Strassenlärmbelastung um 10 dB(A) am Wohnort steigt das Herzinfarktrisiko um 4 Prozent. Auch das Risiko anderer Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und Diabetes steigen mit zunehmendem Verkehrslärm. Dafür verantwortlich sind vor allem Lärmereignisse in der Nacht, die uns buchstäblich den Schlaf rauben.

Gemäss einer WHO-Schätzung verliert die Schweizer Bevölkerung jedes Jahr rund 46'000 Lebensjahre, die ohne Verkehrslärm bei einwandfreier Gesundheit hätten gelebt werden können. Zudem verursacht der Verkehrslärm jährlich zirka 800 Millionen Franken Gesundheitskosten. Das entspricht rund der Hälfte der Gesundheitskosten, die durch Luftverschmutzung verursacht werden.

Nachtlärm ist besonders problematisch

Nächtliche Lärmstörungen sind besonders problematisch für die Gesundheit. Es gibt zwar Menschen, die ruhig neben einer vielbefahrenen Strasse schlafen können und die meinen, man gewöhne sich daran. Das stimmt jedoch nur vordergründig. Subjektive Lärmbelästigung und Lärmempfindlichkeit haben keinen Einfluss darauf, wie stark sich Lärm gesundheitlich auswirkt. Eine Gewöhnung an Lärm gibt es nicht. Denn unsere Ohren sind immer aktiv und hören alles – auch nachts. Nachtlärm wird insbesondere mit akuten Herzerkrankungen und natürlich einer schlechten Schlafqualität in Zusammenhang gebracht. Er stört das Ein- und Durchschlafen und verkürzt die für die Gesundheit wichtigen Tiefschlafphasen. Schläft man über lange Zeit schlecht, leidet die Gesundheit.

Allgemeine Informationen im Internet:

SiRENE-Studie

Seit 2014 untersucht ein interdisziplinäres schweizerisches Studienkonsortium unter der Leitung des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) im Rahmen der SiRENE-Studie (Short and Long Term Effects of Transportation Noise Exposure) die Kurz- und Langzeitwirkungen des Verkehrslärms auf die Schweizer Bevölkerung. In der Studie wurden flächendeckende akustische Berechnungen und Modellierungen von Flug-, Eisenbahn- und Strassenlärm für die gesamte Schweiz mit Versuchen im Schlaflabor sowie epidemiologischen Studien und Befragungen kombiniert. Epidemiologische Studien sind Datenerhebungen von Bevölkerungsgruppen, die den Zusammenhang zwischen einem Ereignis (meist Krankheit) und einer Exposition (beispielsweise Risikofaktoren) aufdecken sollen. Die SiRENE-Studie wird von der Eidgenössischen Kommission für Lärmbekämpfung (EKLB) begleitet. Die Resultate der Studie werden dereinst eine wichtige Grundlage bilden für die Überprüfung der Lärmgrenzwerte, welche in der Schweizerischen Lärmschutz-Verordnung (LSV) festgelegt sind. www.sirene-studie.ch

Standaktion am Tag gegen Lärm, Mittwoch, 25. April 2018, in Aarau

In der Schweiz ist in der Nacht jede sechste Person schädlichem oder lästigem Strassenverkehrslärm ausgesetzt, am Tag jede fünfte - das gilt auch für den Kanton Aargau. Bevor der Kanton das Programm zur Strassenlärmsanierung in Angriff nahm, waren nachts rund 120'000 Personen vor übermässigem Strassenverkehrslärm betroffen, tagsüber sogar 140'000 Personen. Nach Beendigung des Sanierungsprogrammes werden ungefähr 20'000 Personen dauerhaft unter dem Immissionsgrenzwert der Lärmschutz-Verordnung leben, der eine Lärmsanierung auslöst. Gleichzeitig profitieren rund 140'000 Personen vom konsequenten Einbau lärmarmer Strassenbeläge im Kanton Aargau.

Am Tag gegen Lärm vom Mittwoch, 25. April 2018, organisiert das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) an der Bahnhofstrasse vor der Handelsschule KV in Aarau einen Lärm-Beratungsstand. Zwischen 10.00 und 15.00 Uhr beantworten die Lärmspezialistinnen und -spezialisten der Abteilungen für Tiefbau und Umwelt alle Fragen rund um das Thema Lärm.

  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt