Länderübergreifende Verkehrserhebungen an Grenzübergängen
:
Deutlich mehr Einkaufsverkehr im Aargau als in den angrenzenden Gebieten
Bereits in den Jahren 2006 bis 2008 hat der grenzquerende Verkehr zwischen Deutschland und dem Kanton Aargau um etwa 19 Prozent zugenommen. Auch in den letzten Jahren hat sich der Wachstumstrend fortgesetzt. Um den Anforderungen der zusätzlichen Nachfrage auch in Zukunft gerecht zu werden, hat die Abteilung Verkehr des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) des Kantons Aargau in Zusammenarbeit mit dem Trinationalen Eurodistrict Basel eine länderübergreifende Verkehrserhebung an den Grenzübergängen durchgeführt.
Im Rahmen der Untersuchungen wurde der Verkehr an 25 Grenzübergängen zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz erhoben. Sechs dieser Grenzübergänge befinden sich im Kanton Aargau. Zusätzlich zu den Erhebungen des strassengebundenen Personenverkehrs wurden Passagiere in einigen grenzquerenden öV-Linien befragt. Auch der Langsamverkehr auf Fussgängerbrücken wurde gezählt. Die Mobilitätsgewohnheiten wurden mit einer Telefonumfrage bei 3'000 Haushalten ermittelt und die für den Grenzverkehr relevanten Parkierungsmöglichkeiten aufgenommen.
Insgesamt macht der motorisierte Individualverkehr den Grossteil der Grenzüberquerungen im Kanton Aargau aus, wie die Erhebungen an den Grenzübergängen Rheinfelden, Stein, Laufenburg, Koblenz, Bad Zurzach und Kaiserstuhl zeigen. Obwohl der Berufsverkehr einen Grossteil des Grenzverkehrs ausmacht, ist mit einem Anteil von 27,5 Prozent der grenzquerende Einkaufsverkehr im Kanton Aargau deutlich höher als im gesamten Untersuchungsgebiet (10,4 Prozent). Offensichtlich ist, dass ein wesentlicher Teil des Einkaufverkehrs auf den zur Untersuchungszeit schwachen Euro zurückzuführen ist. Es ist zu beobachten, wie der meist aus der Schweiz stammende Einkaufsverkehr aus den grenznahen Gemeinden anreist, während die aus Deutschland kommenden Berufspendlerinnen und -pendler meist einen weiteren Reiseweg auf sich nehmen. Neben den stark besuchten grenznahen Städten werden insbesondere Brugg, Aarau und Baden aufgesucht.
Mit Hilfe der Daten aus dieser Studie ist es möglich, Aussagen zu den Reisegewohnheiten im grenzquerenden Personenverkehr zu machen und somit das Angebot im öffentlichen Verkehr und im Bereich der kombinierten Mobilität (Park+Ride) zu stärken.