Kunstpreise erstmals auch für Rock, Techno und HipHop
:
493?000 Franken für das aktuelle Kulturschaffen im Aargau
Das Aargauer Kuratorium hat Aargauer Kulturschaffende der Bereiche Theater und Literatur, Bildende Kunst und erstmals Rock/Pop/Techno/HipHop mit 54 Monaten Atelieraufenthalten und Beiträgen in der Gesamthöhe von 493'000 Franken ausgezeichnet.
An Theaterschaffende und Autorinnen gehen 192'000 Franken und 21 Monate Atelier, an Kunstschaffende 274'000 Franken und 33 Monate Atelier und an Bands und individuelle Musiker der sogenannt jungen Szene 27'000 Franken.
In den Jurierungen, bei welchen die jeweiligen Fachgruppen des Aargauer Kuratoriums mit ausserkantonalen Fachleuten ergänzt werden, spricht das Aargauer Kuratorium Beiträge an das künstlerische Schaffen in verschiedener Höhe, wobei der Maximalbeitrag von 30'000 Franken die Funktion des ehemaligen Werkjahrs hat. Andererseits vergibt es 3- und 6-monatige Aufenthalte in einem seiner 6 Ateliers in Berlin, London, Paris oder Prag. Die Atelierbesuchenden erhalten zusätzlich 2'000 Franken monatlich als Beitrag an die Lebenshaltungskosten.
2 Theaterschaffende werden mit Atelieraufenthalten ausgezeichnet und der vielseitig erfahrene Theatermann Paul Weibel mit einem Beitrag an das künstlerische Schaffen von 24'000 Franken. 7 Autorinnen und Autoren erhalten aufgrund eingereichter Manuskripte Beiträge an das künstlerische Schaffen, z.B. Patrick Kokontis, der an seinem Erstling über die plötzlich begriffene Aids-Erkrankung arbeitet. 3 Autoren werden ihre Arbeiten in einem der Ateliers weiterführen können. Der Lyriker Hüseyin Haskaya z.B., der seine Texte auf Deutsch, Türkisch und Kurdisch vorlegt, wird drei Monate im ersten Berliner Atelier des Aargauer Kuratoriums in den Hackeschen Höfen verbringen können.
Im Bereich Bildende Kunst erhalten 12 Kunstschaffende finanzielle Beiträge und 8 je einen Atelieraufenthalt. An Daniel Schibli und Claudio Moser geht je ein Maximalbeitrag von 30'000 Franken, Sabina Baumann erhält für ihre virtuose Videoarbeit "Home 3" 24'000 Franken plus 6 Monate im zweiten Berliner Atelier des Aargauer Kuratoriums, das im Oktober als eigentliches Atelier für Bildende Kunst eröffnet wird.
Seit mehreren Jahren unterstützt das Aargauer Kuratorium die Rock/Pop/Techno/HipHop-Szene indirekt, indem jährlich über 100'000 Franken an Veranstaltungsorte fliessen, an denen die Szene lebt. Erstmals fördert das Aargauer Kuratorium diese Szene nun im Rahmen einer separaten Jurierung direkt. 7 Bands oder individuelle Musiker erhalten Startbeiträge, Produktionsbeiträge oder einen Spezialpreis der Jury. Ein Startbeitrag von 2'000 Franken geht z.B. an die durchschnittlich erst 15 Jahre alten Mode Noir, ein Produktionsbeitrag von 6'000 Franken an die bereits erfahreneren Hendrix/Cousins, die ein Album präsentieren, das auch internationalem Standard standhält. Die Jurierung findet ihren Abschluss am 27. November 1999 mit einem Konzert der 3 mit Produktionsbeiträgen ausgezeichneten Bands im Aargauer KiFF.