Kunden mit Bahn und Bus im Kanton Aargau zufrieden
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Zweite flächendeckende Kundenbefragung
Die Kundinnen und Kunden geben dem öffentlichen Verkehr im Aargau gute Noten. Allerdings machen sich bei der SBB das veraltete Rollmaterial und das überlastete Netz bemerkbar, so dass die S-Bahnen und RegioExpress-Züge der SBB etwas schlechter bewertet wurden als bei der letzten Kundenumfrage vor zwei Jahren. Die Busbetreiber und Privatbahnen konnten ihre hohe Zufriedenheit halten respektive weiter ausbauen.
Im Herbst 2009 hat der Kanton Aargau zum zweiten Mal nach 2007 bei allen Transportunternehmen des Regionalverkehrs eine flächendeckende Befragung zur Zufriedenheit seiner Fahrgäste im öffentlichen Verkehr durchgeführt. Die Fragen bezogen sich auf qualitative Aspekte wie Fahrplanangebot, Zuverlässigkeit, Information, Fahrkomfort, Sauberkeit, Fahrausweisangebot und Preise. Da die Befragung auf einer standardisierten und auch in anderen Kantonen angewandten Umfrage basiert, können die Ergebnisse innerhalb des Kantons sowie mit den Nachbarkantonen verglichen werden.
Insgesamt geben die Kunden dem öffentlichen Verkehr im Kanton Aargau 72 von maximal 100 Punkten (2007: 73 Punkte). Diese Note entspricht wie bereits bei der letzten Umfrage dem Prädikat "zufrieden". Damit honorieren die Fahrgäste die in den letzten Jahren zahlreich vorgenommenen Verbesserungen im öffentlichen Verkehr. Das Gesamtresultat lässt sich auch im Vergleich mit den eher städtisch geprägten Kantonen Luzern und Zürich sehen (74 bzw. 76 Punkte). Gute Werte erhielten die Transportunternehmen insbesondere beim Fahrpersonal. "Unzufrieden" sind die Fahrgäste einzig bei den Themen Information im Verspätungsfall und Reklamation.
Wie in den meisten umliegenden Kantonen hat sich gezeigt, dass die Kundinnen und Kunden beim Bus zufriedener sind als bei der Bahn. Der Bus erreichte insgesamt 74 Punkte (unverändert gegenüber der Umfrage 2007), die Bahn 71 Punkte (-1 Punkt). Einer der Hauptgründe dafür ist, dass Busse in Bezug auf ihren Lebenszyklus rascher ersetzt werden als das langlebige Rollmaterial der Bahnen. So können beim Bus neue Technologien rascher eingeführt werden. Zudem zeigt die genauere Analyse der Ergebnisse, dass bei den Bahnen zwei gegenläufige Entwicklungen stattgefunden haben: Die Privatbahnen konnten in der Bewertung zulegen, was zeigt, dass hier in den vergangenen Jahren grosse Investitionen getätigt wurden. Die Züge der Bremgarten-Dietikon Bahn (BDWM) sowie der Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) verkehren heute alle 15 Minuten und beide sind daran, ihre Flotten zu erneuern.
Bei der SBB hingegen ist die Zufriedenheit überall im Kanton gesunken, was zu einem wesentlichen Teil auf überlastete Infrastrukturen und das veraltete Rollmaterial auf verschiedenen aargauischen S-Bahn- und RegioExpress-Linien zurückgeführt werden kann. Ältere Fahrzeuge werden durchwegs als weniger sauber erlebt und moderne Fahrgastinformationsmittel sowie Klimaanlagen werden vermisst. In den nächsten Jahren wird deshalb gezielt in neues Rollmaterial, Streckenausbauten und die Erneuerung wichtiger Umsteigebahnhöfe investiert. Im Raum Lenzburg wird zurzeit ein drittes Gleis zwischen Lenzburg und Othmarsingen gebaut, damit die Züge ab kommenden Fahrplanwechsel dieses Nadelöhr pünktlicher und zügiger passieren können. Im Weiteren befindet sich der neue Bahnhof Aarau im Bau und es sind neue FLIRT-S-Bahnzüge für die S26 im Freiamt bestellt. Sie gelangen ab Dezember 2010 zum Einsatz.
Die Teilresultate spiegeln insgesamt deutlich, wo Handlungsbedarf besteht. Sie zeigen, dass der Aargau mit den eingeleiteten Massnahmen auf dem richtigen Weg ist. Die periodische Kundenbefragung ist für den Kanton als Besteller der Leistungen im öffentlichen Verkehr ein wichtiges Instrument zur Steuerung. Sie liefert Grundlagen für Ziel- und Leistungsvereinbarungen und ermöglicht dem Kanton, neben dem Preis auch die erreichte Qualität präzise beurteilen zu können.