Krankenkassenprämien 2014: Anstieg fällt leicht überdurchschnittlich aus
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Durchschnittliche Aargauer Monatsprämie liegt aber noch unter dem Mittel
Die Krankenkassenprämien für Erwachsene steigen im Kanton Aargau im Jahr 2014 durchschnittlich um 2,5 Prozent. Trotz dieses erneuten Anstiegs liegt die durchschnittliche Aargauer Monatsprämie für Erwachsene mit 373.24 Franken immer noch unter dem schweizerischen Mittel von 396.12 Franken.
Im kommenden Jahr steigen die Prämien in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung im Kanton Aargau um durchschnittlich 2,5 Prozent an (Vorjahr 1,1 Prozent). Mit diesem Anstieg liegt der Aargau über dem gesamtschweizerischen Mittel von 2,2 Prozent, er gehört aber auch nach dem Prämienaufschlag zu jenen Kantonen mit einer unterdurchschnittlichen Prämie. Diese beträgt für Erwachsene im kommenden Jahr 373.24 Franken (Gesamtschweiz 396.12 Franken). In der Grundversicherung variiert die Prämienbelastung für Erwachsene zwischen 304.90 und 460.50 Franken; junge Erwachsene bezahlen durchschnittlich 339.68 Franken; die Kinderprämie beträgt 85.45 Franken. Die Differenzen fallen dabei je nach Altersgruppe und Kasse unterschiedlich aus.
Prognose der Kosten schwierig
Als Grund für die leicht überdurchschnittliche Prämienerhöhung im Kanton Aargau können die im Kanton Aargau, entsprechend den Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), immer noch zu tiefen Reserven über alle Krankenversicherer angenommen werden. Zudem ist zu vermuten, dass die Krankenversicherer im Kanton Aargau aufgrund der insgesamt relativ knappen Budgetierung im Jahr 2012 und voraussichtlich auch im laufenden Jahr für das kommende Jahr vorsichtiger budgetieren werden.
Der bedeutendste Kostenblock ist, gemäss der Prognose der Versicherer, der Bereich Spital stationär mit rund 26.4 Prozent der Gesamtkosten. Die Kassen prognostizieren dafür insgesamt Kosten von über 540 Millionen Franken, was pro versicherte Person rund 838.00 Franken pro Jahr entspricht. Aufgrund der neuen Spitalfinanzierung, die per 1. Januar 2012 eingeführt wurde, ist die Prognose dieser Kosten relativ schwierig. Bei vielen Leistungserbringern gibt es bezüglich den Tarifen für das Jahr 2012 hängige Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht. Wann diese entschieden sein werden, ist offen. Erst wenn das Gericht Leitentscheide fällt, werden die Tarife und damit die Kosten besser abschätzbar sein. Kommt hinzu, dass die Kantonsanteile an die stationären Spitalkosten unterschiedlich hoch sind. Der Kanton Aargau hat seinen Kantonsanteil für das Jahr 2014 auf 49 Prozent festgelegt. Bis ins Jahr 2017 muss der Kanton Aargau seinen Anteil in Zwei-Prozent-Schritten auf 55 Prozent anheben.
Kostenverlagerung zu ambulanten Leistungen
Das höchste Kostenwachstum erwarten die Versicherer mit 3,3 Prozent bei den ambulanten Spitalkosten. Die Kosten in diesem Bereich sind in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich stark gestiegen. Da die Tarife in diesem Bereich konstant sind bzw. seit Einführung des TARMED im Jahr 2004 deutlich gesunken sind, ist die Ursache in der Mengenausweitung zu suchen. Grund dafür dürfte die Verlagerung von Kosten aus dem stationären Bereich sein, der grossenteils durch den medizinischen Fortschritt bedingt ist. Da sich die Kantone an den Kosten für die ambulanten Leistungen nicht beteiligen, wirkt sich eine für die Patienten und die Gesundheitskosten grundsätzlich sinnvolle Entwicklung auf die Kosten der Krankenversicherer überproportional aus. Aber auch die gestiegene Nachfrage der Patienten selbst, die sich beispielsweise wegen Fehlens eines Hausarztes direkt an ein Spital wenden, spielt eine Rolle.
Die durchschnittliche jährliche Prämienerhöhung im Kanton Aargau beträgt seit der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) knapp 6 Prozent. Die Tendenz, dass sich die Krankenkassenprämien im Aargau dem gesamtschweizerischen Durchschnitt annähern, ist unverkennbar.