Konzentration der Sonderschulung im Bezirk Kulm
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Sonderschulung im Bezirk Kulm wird zukünftig von der Stiftung Schürmatt sichergestellt
Für den Regierungsrat ist der Bedarf für zwei Heilpädagogische Tagesschulen im Bezirk Kulm langfristig nicht ausgewiesen. Er lehnt darum das Finanzierungsgesuch der "Stiftung Lebenshilfe Reinach" für die Tagesschule ab, unterstützt aber ein Neubauvorhaben für die Beschäftigungsstätte sowie den Aufbau von Angeboten im Bereich Berufsfindung und berufliche Ausbildung von behinderten Erwachsenen.
Die Stiftung Lebenshilfe beabsichtigt, ihren Standort am Dorf-rand von Reinach ins Dorfzentrum zu verlegen und dort für die Beschäftigungsstätte für behinderte Erwachsene und die Heilpädagogische Tagesschule für Kinder einen Neubau zu realisieren. Im Zusammenhang mit der Prüfung des Bauvorhabens - für das die Stiftung Lebenshilfe Baubeiträge der öffentlichen Hand benötigt - ist der Regierungsrat zum Schluss gekommen, dass der Bedarf für die Weiterführung von zwei Heilpädagogischen Tagesschulen im Bezirk Kulm langfristig nicht ausgewiesen ist. Aus diesem Grund kann kein Kantonsbeitrag für einen Schulneubau der Stiftung Lebenshilfe gewährt werden.
Angleichung der Sonderschulzahlen
Zurzeit werden in der Heilpädagogischen Tagesschule der Stiftung Lebenshilfe und der Stiftung Schürmatt total 90 Kinder geschult. Mit dieser Zahl liegt der Bezirk Kulm deutlich über dem kantonalen Durchschnitt. Dieser Umstand ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass den Heilpädagogischen Tagesschulen nebst geistig behinderten Kindern vermehrt auch andere Kinder mit besonderem Förderungsbedarf zugewiesen werden. Diese Kinder - so der Wille des Regierungsrates - sollen mit Hilfe von Stützmassnahmen in den Klein- und Regelklassen geschult werden. Er rechnet deshalb mittelfristig damit, dass sich die Zahl der Sonderschülerinnen und Sonderschüler im Bezirk Kulm an die anderen Bezirke angleichen und auch in diesem Bezirk eine Heilpädagogische Tagesschule ausreichen wird.
Neugestaltung der Angebote
Die Stiftung Schürmatt erklärt sich bereit, die Sonderschulung im Bezirk Kulm zukünftig alleine sicherzustellen und die dafür notwendigen räumlichen Voraussetzungen zu schaffen. Die Stiftung Lebenshilfe wird sich zukünftig ganz auf Wohn- und Arbeitsangebote für behinderte Erwachsene konzentrieren. Für das Neubauvorhaben der Beschäftigungsstätte hat der Regierungsrat seine Unterstützung zugesagt, sodass die Stiftung Lebenshilfe die weiteren Planungsschritte einleiten kann. Gleichzeitig wird die Stiftung Lebenshilfe Angebote im Bereich Berufsfindung und berufliche Ausbildung für behinderte Erwachsene aufbauen.
Überführung
Die Stiftung Lebenshilfe und die Stiftung Schürmatt haben gemeinsam einen Überführungsplan erarbeitet. Die Überführung wird im Jahre 2002 erfolgen. Ab diesem Zeitpunkt ist die Stiftung Schürmatt für die Sonderschulung zuständig. Da aus Raumgründen ein Übertritt von der Lebenshilfe in die Schürmatt nicht für alle Kinder möglich ist, wird die Stiftung Lebenshilfe ihre älteren Schülerinnen und Schüler bis zum Ende der Sonderschulung weiterbetreuen. Ihren Schulbetrieb wird sie definitiv auf Ende des Schuljahres 2004/05 schliessen.