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Kindergarten und die ersten Schuljahre werden zusammengeführt :
Mögliche Modelle, um die Probleme der Einschulung zu lösen

Schweizweit wird nach Möglichkeiten gesucht, die bestehenden Probleme bei der Einschulung von Kindern besser zu lösen. Die beiden Modelle Grundstufe und Basisstufe gelten als pädagogisch sinnvolle und umsetzbare Lösungen. Im Rahmen eines Schulversuches soll aufgezeigt werden, ob der Kindergarten und die ersten Schuljahre inklusive Einschulungsklasse zu einer neuen Stufe im Bildungswesen zusammengeführt werden können.

Mit dem Schuljahr 2003/04 starten in sieben Aargauer Gemeinden insgesamt zehn Pilotklassen als Grund- oder Basisstufe. Der Aargauer Schulversuch wird zusammen mit Ostschweizer Kantonen durchgeführt. Interesse an einer Zusammenarbeit haben auch die Bildungsdirektorenkonferenz Zentralschweiz und der Kanton Bern angemeldet.

Die Grundstufe verbindet die zwei Jahre Kindergarten und die erste Primarklasse zu einer gemeinsamen Stufe, die Basisstufe umfasst den Kindergarten, die erste und zweite Primarklasse. Sowohl Grund- als auch Basisstufe sind altersdurchmischt und verbinden spielerische mit schulischen Elementen. Je nach Reife eines Kindes kann die Einschulungszeit in 2 bis 4 Jahren (Grundstufe) oder in 3 bis 5 Jahren (Basisstufe) durchlaufen werden. Am Schulversuch beteiligen sich im Kanton Aargau zehn Klassen aus sieben Gemeinden: Brugg/Umiken, Fisibach/Kaiserstuhl, Muhen, Muri und Rietheim.

Seit Sommer 2001 hat das Departement Bildung, Kultur und Sport mit verschiedenen Arbeitsgruppen die Rahmenbedingungen erarbeitet. Grossrat, Regierungsrat und Erziehungsrat unterstützen das Projekt. 2007 soll der Schulversuch evaluiert und abgeschlossen sein. Der Bericht der externen wissenschaftlichen Überprüfung wird Grundlagen liefern, damit die zuständigen politischen Gremien über eine allfällige definitive Einführung entscheiden können.

Die Grund- und Basisstufe erlaubt individuelle Lernwege. Der Entwicklungsstand des Kindes bestimmt, wann es mit Lesen, Schreiben oder Rechnen beginnt. Der Lehrplan Kindergarten und der Lehrplan der 1. und 2. Primarklasse bestimmen grundsätzlich die Lerninhalte der Grund- und Basisstufe. Die altersgemischte Lerngruppe unterstützt die Kinder im Nutzen der ganzen Palette von Lernmöglichkeiten. Auch die PISA-Studie hat gezeigt, dass die individuelle und vor allem frühzeitige Förderung der Kinder als Kriterium für gute Leistungen im Vordergrund steht.

In jeder Klasse der Grund- und Basisstufe werden je eine Lehrperson für Kindergarten und Primarschule gemeinsam unterrichten. Pro Klasse ist ein Pensum von 150 Prozent vorgesehen, das sich die beiden Lehrpersonen aufteilen. Am Vormittag wird während vier Lektionen unterrichtet. In der Regel sind dann alle Kinder anwesend. Das Klingelzeichen für das Ende einer Lektion wird aber kaum ertönen, da in Blöcken unterrichtet wird, die je nach Thema kürzer oder länger sein können.

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