Kanton soll sich am Zentrum für Demokratie Aarau beteiligen
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Regierungsrat beantragt einen jährlichen Kredit über 800'000 Franken
Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat, sich mit jährlich 800'000 Franken am Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA) zu beteiligen. Damit soll das international renommierte Forschungszentrum c2d (Centre for Research on Direct Democracy) von Genf nach Aarau geholt werden. Es entstünde am ZDA ein einmaliger universitärer Forschungsschwerpunkt mit grosser Ausstrahlung.
Das ZDA soll ein schweizerisches Zentrum werden, das zum Nachdenken über die Grundwerte der Demokratie anregt und wichtige Impulse für ihre Weiterentwicklung gibt. Unter der wissenschaftlichen Verantwortung der Universität Zürich hat das ZDA in Aarau seine Arbeit bereits in diesem Jahr provisorisch aufgenommen. Die Stimmberechtigten der Stadt Aarau und der Universitätsrat der Universität Zürich hatten zuvor die nötigen Kredite gesprochen. Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) beteiligt sich mit ihrem Schwerpunkt politische Bildung am ZDA.
ZDA soll um renommiertes Institut aus Genf erweitert werden
Aufgrund eines Wechsels des international renommierten Forschungszentrum c2d von der Universität Genf an die Universität Zürich besteht die Chance, das im Entstehen begriffene ZDA in Aarau um dieses Institut zu erweitern. Diese substanzielle Erweiterung ist allerdings nur möglich, wenn der Kanton Aargau sich an der Finanzierung des ZDA mit einem Beitrag von 800'000 Franken pro Jahr beteiligt. Die Botschaft dazu wurde dem Grossen Rat zugestellt.
Der Regierungsrat hat für 2007 als Sofortmassnahme eine Startfinanzierung für das neue Institut aus dem Lotteriefonds beschlossen. Damit konnte das c2d schon 2007 statt nach Zürich direkt nach Aarau ins ZDA ziehen. Diese Startfinanzierung in der Höhe von insgesamt 1,18 Mio. Franken läuft per Ende 2008 aus. Bis dahin muss sich der Kanton für eine ordentliche Finanzierung entscheiden. Sonst wechselt das c2d nach Zürich, ohne dass für den Aargau weitere finanzielle Verpflichtungen entstehen.
Einzigartiger Forschungsschwerpunkt mit hoher gesellschaftlicher Relevanz
Regierungsrat Rainer Huber zeigte sich anlässlich einer Medienkonferenz überzeugt von der künftigen grossen Öffentlichkeitswirksamkeit und Kompetenz des ZDA. Es entstehe ein in der Schweiz einzigartiger Forschungsschwerpunkt mit Themen, die eine hohe gesellschaftliche Relevanz besitzen. Hinzu komme die Schaffung von 35 bis 40 hoch qualifizierten Arbeitsplätzen im Kanton Aargau.
Breite Zustimmung in der Vernehmlassung
In der Vernehmlassung war die beantragte Erweiterung und Finanzierung des ZDA durch den Kanton auf breite Zustimmung gestossen. Generell wurde hervorgehoben, dass sich der Kanton dank der Beteiligung am ZDA als bedeutender Wirtschafts- und Bildungskanton positionieren könne. Des Weiteren wurde die Absicht des Regierungsrats gewürdigt, dass die im kantonalen Hochschul- und Innovationsförderungsgesetz postulierte Ausrichtung der Hochschulpolitik auf die Standortförderung nicht nur die wirtschaftliche, sondern auch die breitere gesellschaftliche Relevanz umfasse. Die Personalverbände begrüssen die Schaffung von qualitativen Arbeitsplätzen im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften.
In vielen Rückmeldungen aus der Vernehmlassung, war die Sichtbarkeit des ZDA ein zentrales Anliegen. Demnach soll das ZDA mit öffentlichen Veranstaltungen über laufende Projekte, mit Weiterbildungsangeboten für Lehrpersonen und spezifischen Anlässen für Schulklassen den Austausch mit der Forschung, die Förderung der politischen Bildung und die Verankerung des Instituts im Kanton Aargau pflegen.
SVP, AIHK und die Frauenzentrale Aargau lehnten eine Beteiligung des Kantons ab.