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Integration von Eritreerinnen und Eritreern :
Kanton mit Vertretungen von Gemeinden, Sozialdiensten und Schulen an einem Tisch

Die Integration der wachsenden Zahl von Eritreerinnen und Eritreern im Aargau stellt für Kanton und Gemeinden eine Herausforderung dar. Gemeinsam wurden Möglichkeiten der besseren schulischen, sozialen und beruflichen Integration erörtert.

Allein in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres wurden dem Kanton Aargau vom Bund 882 Asylsuchende zugewiesen. 364 Personen stammten aus Eritrea. Ähnlich ist die Situation bei den unbegleiteten Minderjährigen: Von den 57 Kindern, die dem Aargau im selben Zeitraum zugewiesen wurden, waren deren 39 aus Eritrea. Aufgrund der Tatsache, dass die meisten Eritreerinnen und Eritreer als Flüchtlinge oder vorläufig Aufgenommene dauerhaft oder zumindest für längere Zeit in der Schweiz bleiben werden, ist die Integration in die schweizerische Gesellschaft von besonderer Bedeutung. Dabei geht es um eine umfassende Integration, die sowohl schulische als auch soziale und berufliche Aspekte umfasst.

Interdepartementale Arbeitsgruppe eingesetzt

Der Kanton hat vor diesem Hintergrund eine von Stephan Campi, Generalsekretär des Departements Gesundheit und Soziales, geführte interdepartementale Arbeitsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern der Departemente Bildung, Kultur und Sport, Volkswirtschaft und Inneres sowie Gesundheit und Soziales ins Leben gerufen, die sich mit den spezifischen Herausforderungen der Integration von Eritreerinnen und Eritreern befasst. Um diese zu befördern, hat der Kanton diese Woche Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, Leitungen von Schul- und Kreisschulen sowie leitende Mitarbeitende von Sozialdiensten jener 14 Aargauer Gemeinden eingeladen, die über die höchste Population an Personen aus Eritrea verfügen, um Erfahrungen auszutauschen und Fragen zu diskutieren.

Einleitend wies Regierungsrätin Susanne Hochuli, Vorsteherin des Departements Gesundheit und Soziales, auf die Notwendigkeit hin, die Integration als gesellschaftliche Aufgabe zu verstehen, die im Interesse aller Menschen in diesem Land möglichst gut zu lösen sei. In der Folge führte die Kulturvermittlerin, Ethnologin und Sozialpädagogin Pheben Asghedom, die als junge Eritreerin in die Schweiz geflüchtet ist und heute als Dolmetscherin und Familienbegleiterin arbeitet sowie Integrationskurse für ihre Landsleute leitet, in die Thematik ein. In der Folge stellten Barbara Cavelti vom Amt für Migration und Integration sowie Sandra Stamm vom Kantonalen Sozialdienst die bestehenden Integrationsangebote für Migrantinnen und Migranten vor, ehe die Faktoren für einen erfolgreichen Integrationsprozess sowie die dafür notwendigen Integrationsmassnahmen diskutiert wurden.

Es gibt keine Alternative zur Integration

An der Veranstaltung kam zum Ausdruck, dass die Diskussion zur Integration von Eritreerinnen und Eritreern zwischen den Gemeinden und dem Kanton weitergeführt werden muss. Die Veranstaltung bildete gleichsam den Startschuss für den weiteren Dialog. Positiv von den Gemeindevertretern vermerkt wurde, dass die Herausforderungen und Problemstellungen im Zusammenhang mit der Integration von Menschen aus Eritrea von einer interdepartementalen Arbeitsgruppe bearbeitet werden. Es wird nun Aufgabe derselben sein, zusammen mit den Gemeinden und weiteren Organisationen auf Basis der vorgestellten Best-Practice-Erfahrungen Konzepte und Massnahmen weiterzuentwickeln, wie die Integration von Eritreerinnen und Eritreern beschleunigt werden kann. Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darin, dass die Integration der Eritreerinnen und Eritreer aufgrund der verbreiteten Bildungsferne sowie ihres kulturellen Hintergrunds eine Herausforderung darstellt, die für Staat und Gesellschaft nicht einfach zu lösen ist. Vorhanden war auch das Bewusstsein dafür, dass es keine Alternative gibt. Und weil das so ist, muss alles dafür getan werden, dass die Integration langfristig gelingt und nicht Parallelgesellschaften entstehen.

  • Departement Gesundheit und Soziales