Informatik Service Center für die Aargauer Gemeinden
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Neue Wege in der Gemeindezusammenarbeit
Mit der Submission der Dienstleistungen und der Gründung einer Aktiengesellschaft durch Kanton und Gemeinden werden die nächsten Schritte für ein EDV-Dienstleistungszentrum eingeleitet. Das Ziel ist der einheitliche Informatikeinsatz in den Gemeinden.
"Die Förderung der Zusammenarbeit der Gemeinden ist ein Auftrag, der in unserer Verfassung verankert ist." Mit diesen Worten bekräftigte Regierungsrat Kurt Wernli den Willen zur Realisierung des Service Centers. Dieser Auftrag beschränkt sich nicht auf die Zusammenarbeit, wie sie im Gemeindegesetz festgehalten ist. Kanton und Gemeinden gehen mit der Gründung eines Service Centers für den Informatikeinsatz in den Gemeinden einen völlig neuen Weg.
Wie der Brugger Stadtammann Rolf Alder ausführte, haben die Gemeinden in den letzten Jahren ihre Informatik weitgehend selbständig aufgebaut. An die Gemeinden werden aber in Zukunft immer höhere Ansprüche gestellt bezüglich Evaluation, Betrieb und Sicherheit der Informatik.
In einer vom Kanton 1999 durchgeführten Umfrage haben 80 Prozent der Gemeinden ein Service Center klar befürwortet. Die Gemeinden wollen den neuen Weg aktiv mitgestalten und die Verantwortung dafür übernehmen. Walter Mischler, Chef der Gemeindeabteilung, bestätigte dies. Eine Marktstudie hat gezeigt, dass zwei Dinge besonders wichtig sind: die neutrale Kundenberatung für die Gemeinden und die Integration der vorhandenen Marktangebote. Daraus ist das Konzept des "schlanken Service Centers" entwickelt worden. Es beschränkt sich auf Probleme, die nur übergeordnet gelöst werden können, ist schnell umsetzbar und beinhaltet überblickbare Vorleistungen und Risiken.
Finanziert wird das Service Center durch die gemeinsame Beteiligung der interessierten Gemeinden und des Kantons sowie durch Betriebsbeiträge. Staatsschreiber Marc Pfirter präzisierte diese ungewohnte Form der Zusammenarbeit von Kanton und Gemeinden. Sie besteht einerseits darin, dass der Kanton Vorleistungen erbringt und eine privatrechtliche Aktiengesellschaft gründet, an der sich die Gemeinden beteiligen können. Anderseits treten Kanton und Gemeinden gegenüber Lieferanten von Informatikprodukten und -dienstleistungen gemeinsam auf. Die Rechtsform der Aktiengesellschaft erlaubt wech-selnde Mehrheiten. In der Aufbauphase trägt vor allem der Kanton die organisatorische Verantwortung und das finanzielle Risiko. Danach übernehmen die Gemeinden schrittweise die Mehrheit und werden mittelfristig zum Hauptträger des Service Centers.
Kurt Wernli ist überzeugt, dass mit dem Einbezug von Kantons- und Gemeindevertretern, von Pilotgemeinden sowie der Gemeindepersonal-Fachverbände in ein Projektteam die richtige Basis für neue Wege im Informatikeinsatz in den Gemeinden geschaffen worden ist.