Immer mehr Kinder in Einschulungs- und Kleinklassen
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Resultate einer externen Studie im Auftrag des Departements Bildung, Kultur und Sport
Die wachsenden Schülerzahlen in Einschulungs- und Kleinklassen haben das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) bewogen, die Gründe dieser Entwicklung abzuklären. Mit der Studie wurde der Forschungsbereich Schulqualität und Schulentwicklung der Universität Zürich beauftragt. Der Schlussbericht dieser Untersuchung wird nun öffentlich.
Stetig wachsende Zuweisungen in Sonderklassen sind in vielen Kantonen zu beobachten. Allerdings liegt der Kanton Aargau im schweizerischen Vergleich relativ weit vorn. Die spezifisch aargauischen Faktoren der hohen Zuweisungsquoten in Einschulungs- und Kleinklassen herauszuschälen, war daher das Ziel der nun vorliegenden Evaluation.
Ergebnisse der Studie: grosse Unterschiede in der Zuweisungspraxis
Die Studie zeigt, dass sich die Zuweisungsquoten in den einzelnen Gemeinden stark unterscheiden. Die Unterschiede werden durch die Einstellung und Kompetenz der Lehrperson und das lokal vorhandene Angebot an Sondermassnahmen geprägt. Die unterschiedlichen Praktiken in den einzelnen Gemeinden führen zu einer gewissen Beliebigkeit bei der Einweisung: Ein Einschulungs- oder Kleinklassenkind in der einen Gemeinde ist nicht zwingend eines in einer anderen Gemeinde. Zudem begünstigen die gesetzlichen Vorgaben ein beinahe beliebig ausbaubares Angebot an Einschulungs- und Kleinklassen.Die Studie gibt zu fünf georteten Problembereichen Empfehlungen ab, welche mittel- und längerfristig eine Verbesserung der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedürfnissen ergeben sollen.
Arbeitsgruppe im BKS erarbeitet Massnahmen
Das Departement BKS teilt die Einschätzung, dass eine Veränderung der Zuweisungsquoten in Einschulungs- und Kleinklassen nicht über kurzfristige Massnahmen erfolgen kann, sondern das Resultat länger dauernder Prozesse sein wird.
Die beschriebenen problematischen Bereiche sind dem Departement bekannt. Teilweise sind in diesen Bereichen bereits Bestrebungen im Gange, die sich mit den in der Studie genannten Empfehlungen decken: So ist ein neues Ressourcensteuerungssystem in Planung, die Arbeiten zur Promotionsverordnung werden wieder aufgenommen und die Neuorganisation der Psychologischen Schuldienste wird diskutiert. Mit dem Schulversuch Grund- und Basisstufe können zudem neue Erfahrungen im Umgang mit der Einschulungsproblematik gesammelt werden. Allerdings bedürfen die Empfehlungen der Studie einer Konkretisierung, damit sie tatsächlich wirksam werden können. Im Departement BKS wird daher eine Arbeitsgruppe gebildet, die konkrete Massnahmen zur Umsetzung der Empfehlungen ausarbeiten soll.
Der Schlussbericht "Evaluation der Situation der Einschulungs- und Kleinklassen im Kanton Aargau" kann beim Departement BKS bestellt oder unter www.ag.ch/volksschule eingesehen werden.