Hochwasserschutz im Reusstal: Rasches Handeln gefordert
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Machbarkeitsstudie auf grosses Interesse gestossen
Der Kanton Aargau, zusammen mit Zug und Zürich, hat ein Hochwassermanagement für das Reusstal erarbeitet und die Studie den betroffenen Gemeindebehörden, Regionalplanungsverbänden sowie weiteren interessierten Organisationen zur Vernehmlassung vorgelegt. Das Echo war gross. Der Hochwasserschutz muss verbessert werden. Der Hoch¬wasserrückhalt steht für viele im Vordergrund.
Ende November 2007 wurde die Machbarkeitsstudie "Hochwasserschutz Reusstal" zur Vernehmlassung vorgelegt. Der Rücklauf und das Interesse waren überraschend gross: Von 53 angeschriebenen Stellen sind 48 Stellungnahmen eingegangen. Regierungsrat Peter C. Beyeler und Vertreter der Wasserbaufachstellen der Kantone Aargau und Luzern haben im Vorfeld der Vernehmlassung über die Studie informiert. An zwei weiteren Veranstaltungen in Mühlau hat die Abteilung Landschaft und Gewässer den Dialog mit den Behörden und Landwirten zum Vorhaben gesucht.
Die Meinung der Behörden im Reusstal ist eindeutig: In Zukunft werden häufiger grosse Hochwasser erwartet, entsprechend sind Massnahmen zu treffen, um die Gemeinden besser vor den Fluten zu schützen. Im Minimum angestrebt werden soll ein Schutz gegen ein Hochwasser, wie es im August 2005 zu verzeichnen war. Einige Gemeinden fühlen sich durch die Hochwassergefahr in ihrer Entwicklung eingeschränkt.
Die Reusstaler Gemeinden favorisieren die Variante "Rückhalten". Das Wasser wird in dafür vorgesehene Räume ausgeleitet, um den Abfluss in der Reuss gezielt auf eine verträgliche Wassermenge zu drosseln. Die von den Rückhalteräumen direkt betroffenen Gemeinden, die in der Mitwirkung die Variante "Durchleiten" favorisieren, fordern ihrerseits klar abgegrenzte Rückhalteräume. Die Mehrheit der Vernehmlassenden ist der Überzeugung, dass die Variante "Rückhalten" aus politischer Sicht machbar und zweckmässig ist. Die breite Information und die enge Einbindung der Betroffenen in den Meinungsbildungsprozess sollen einen hohen Stellenwert haben. Die Reusstaler fordern ein rasches Handeln. Sie schlagen die Gründung eines Zweckverbands "Hochwasserschutz Reusstal" vor, um die Solidarität der Region zu bekräftigen.
In der Vernehmlassung finden sich auch kritische Stimmen. Diese fordern, die Rückhalteräume massiv zu verkleinern und mit den Gemeinden abzusprechen. Die Entschädigung im Hochwasserfall wird als selbstverständlich gesehen. Das Wasser soll wo möglich im Einzugsgebiet der Reuss und der Kleinen Emme sowie im Vierwaldstättersee zurückgehalten werden. Auf schützenswerte Objekte sowie auf die kommunalen und lokalen Verhältnisse soll Rücksicht genommen werden. Weiter wird ein Geschiebe- und Schwemmholzmanagement gefordert.
Die Meinung der Nachbarkantone und des Bundes deckt sich mit der Meinung der Region. Sie favorisieren das Motto "Rückhalten wo möglich, Durchleiten wo nötig". Im Kanton Zug gibt es Vorbehalte bei einer Realisierung eines Rückhalteraums Reussspitz.Die detaillierte Auswertung der Vernehmlassung ist abrufbar unter:www.ag.ch/alg/de/pub/angebote/praesentationen.php.