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Historischer Schritt: Erstmals 6. Klassen an Aargauer Primarschulen :
Umstellung dank grossem Engagement aller Beteiligten gut gelungen

Heute beginnt im Kanton Aargau für 71'500 Schülerinnen und Schüler ein neues Schuljahr. Sie werden von insgesamt 8'100 Lehrpersonen unterrichtet. Zum ersten Mal besuchen rund 6'100 Schülerinnen und Schüler eine sechste Primarschulklasse: Ein historischer Schritt, mit dem sich der Kanton Aargau den übrigen Schweizer Kantonen angleicht. Auf der Sekundarstufe II starten 6'040 Jugendliche eine Berufslehre und 1'798 treten in eine Mittelschule ein.

Alle Schülerinnen und Schüler, die heute in ihr neues Kindergarten- oder Schuljahr starten, treffen auf eine Lehrperson. Rund 8'100 Lehrpersonen (5'550 Vollzeitstellen) unterrichten an der Volksschule. Davon sind gut elf Prozent aus dem Ausland. Auch dieses Jahr waren für die Rekrutierung von Lehrpersonen, insbesondere für den Kindergarten und die Primarschule, besondere Anstrengungen der Schulen vor Ort erforderlich. Die Umstellung von fünf auf sechs Jahre Primarschule verlangte von den Lehrpersonen der Oberstufe viel Flexibilität, damit jede Person, sei es auf der Oberstufe oder neu auf der Primarstufe, eine Anstellung bekam. Die vom Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) eingerichtete Anlaufstelle für Oberstufenlehrpersonen wurde von rund 41 Personen für Beratung und Unterstützung in Anspruch genommen. Eine Person hat schliesslich einen Antrag auf vorzeitige Pensionierung gestellt.

Neu: Sechs Jahre Primarschule und drei Jahre Oberstufe

Seit dem 1. August 2014 besteht die Aargauer Volksschule aus zwei Jahren Kindergarten, sechs Jahren Primarschule und drei Jahren Oberstufe. Damit wird der letzte und bedeutendste Teil der vom Aargauer Stimmvolk 2012 mit grosser Mehrheit angenommenen Vorlage "Stärkung der Volksschule Aargau" umgesetzt. Diese Umsetzung war für die Führungsverantwortlichen in den Schulen und Gemeinden sowie für die Lehrkräfte herausfordernd. Dank dem grossen Engagement aller Beteiligten hat die Umstellung gut funktioniert. Ebenfalls auf dieses Schuljahr treten die tiefere maximale Abteilungsgrösse an der Primarschule (neu 25 statt 28 Schülerinnen und Schüler) sowie die Mindestanzahl von sechs Abteilungen an den Bezirksschulen in Kraft. Für die Umsetzung der zweitgenannten Vorgabe haben die Schulen acht Jahre Zeit.

Mundart im Kindergarten

Bereits ab diesem Schuljahr wird im Kindergarten grundsätzlich Mundart unterrichtet. Nach dem klaren Ja zur Volksinitiative "Ja zu Mundart im Kindergarten" hat der Regierungsrat eine pragmatische Lösung gefunden, um den Volkswillen möglichst rasch umzusetzen, da der ordentliche Gesetzgebungsprozess rund zwei Jahre dauert. Er hat die aktuell geltenden Bestimmungen zur Standardsprache im Kindergartenlehrplan auf dieses Schuljahr aufgehoben.

Zeit der Konsolidierung

Die Volksschule Aargau hat Grosses geleistet und muss dies nun konsolidieren. Dazu braucht es die nötige Zeit und Ruhe, weshalb alle Beteiligten angehalten sind, in nächster Zeit keine grösseren Reformen anzustossen. Auch aus finanzpolitischen Überlegungen ist eine Konsolidierung angezeigt. So hat der Regierungsrat im Rahmen der Leistungsanalyse den Grundsatz definiert, keine Projekte anzugehen, deren Finanzierung nicht sichergestellt ist. Als Folge davon, wurde die Vorlage "Optimierung der Führungsstrukturen der Volksschule Aargau" sistiert und die Neuorganisation des Instrumentalunterrichts gestrichen. Zusätzlich hat der Regierungsrat nach der ersten Debatte im Grossen Rat, den Prüfaufträgen sowie aus inhaltlichen Überlegungen entschieden, die geplante Einführung des Deutschschweizer Lehrplans (Lehrplan 21) vom Schuljahr 2017/18 auf das Schuljahr 2020/21 zu verschieben und gleichzeitig auch die Einführung des Frühfranzösisch an diesen Zeitplan anzupassen.

Neben den Massnahmen aus der Leistungsanalyse, bei der es sich um verkraftbare Korrekturen handelt, gibt es ein zentrales, vom Departement Bildung, Kultur und Sport eingeleitetes Projekt: die "neue Ressourcierung der Volksschule". Ziel ist es, die Ressourcenzuteilung und -verwendung zu vereinfachen sowie den Schulen mehr Spielraum beim Einsatz der Ressourcen zu geben. Das kürzlich gestartete Projekt wird frühestens auf das Schuljahr 2021/22 flächendeckend eingeführt. Somit bleibt genügend Zeit, um nun eine Phase der Konsolidierung einzulegen.

Stabile Situation auf dem Lehrstellenmarkt

Die Zahl der Schulabgängerinnen und -abgänger ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Dieser Rückgang zeigt sich im gleichen Ausmass in der Berufsbildung und bei den Mittelschulen. 6'040 Jugendliche beginnen im Schuljahr 2014/15 eine Berufslehre. Auch dieses Jahr übersteigen die Lehrstellenangebote im gewerblich-industriellen Bereich die Nachfrage. Zu den beliebtesten Lehrberufen gehören jene aus dem kaufmännischen Bereich, der Informatik sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen. Die Gesamtzahl der gemeldeten Lehrstellen hat im Vergleich zum Vorjahr um rund 5 Prozent abgenommen. Erneut zugenommen (rund 5 Prozent) haben die Eintritte in den Gesundheits- und Sozialbereich. Erfreulich ist, dass der Anteil der Lernenden, die direkt nach der Volksschule in eine Ausbildung auf Sekundarstufe II einsteigen in den letzten sechs Jahren zugenommen hat. Im selben Zeitraum ging auch die Anzahl Lernende ohne Anschlusslösung von 161 auf 83 zurück.

  • Departement Bildung, Kultur und Sport