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Historisch-archäologisches Grundbuch Zurzach neu im Staatsarchiv

Die Ergebnisse der jahrzehntelangen Forschungsarbeit von Prof. Dr. Hans Rudolf Sennhauser zur Geschichte von 375 Bauten des Fleckens Zurzach, heute Bad Zurzach, stehen der Öffentlichkeit nun digital im Staatsarchiv Aargau zur Verfügung.

Seit 1963 begleitete und dokumentierte Prof. Dr. Hans Rudolf Sennhauser – emeritierter Professor der Denkmalpflege, Mittelalterarchäologie und Kunstgeschichte an der ETH und der Universität Zürich – mit seinem Büro systematisch bauarchäologische Untersuchungen im Flecken Zurzach. Finanziell unterstützt wurde er dabei durch den Schweizerischen Nationalfonds, verschiedene Stiftungen und Private. Sein Ziel war es, ein historisch-archäologisches Grundbuch zu erarbeiten. Mit einem Beitrag des Swisslos-Fonds des Kantons Aargau wurde dieses Forschungsmaterial nun aufbereitet. Die digitalen Daten wurden ans Staatsarchiv Aargau übergeben, wo sie nun der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Die Daten zur "Häusergeschichte von Zurzach"

Das historisch-archäologische Grundbuch enthält Informationen zu insgesamt 375 Bauten. Die aus verschiedenen Quellen zusammengetragenen und aufbereiteten Daten halten die Geschichte der Häuser fest und machen ihre Struktur sichtbar. Sie vermitteln Informationen zu den verschiedenen Besitzern und Hausnamen, zu Umbauten, Inschriften, Dachstuhltypen, den chronologischen Datierungen und beinhalten alte Ansichten, Fotos und Texte. In einer Datenbank schliesslich sind die Pläne der einzelnen Häuser abgelegt. Ein Hausdossier umfasst in der Regel die Strassenfassade, den Erdgeschoss- und Kellergrundriss. In einzelnen Dossiers finden sich weitere Grundrisse, Schnitte und Details wie Türen, Fenster, Treppen, Malereien, Kachelöfen, Holz- und Stuckprofile etc.

Von der Haus- zur Siedlungsgeschichte

Eine Auswertung der Datensammlung und ein zusammenhängender Grundrissplan des Fleckens Zurzach, welche die Stiftung für Forschung in Spätantike und Mittelalter unter der Leitung von Hans Rudolf Sennhauser erarbeitet hat, erlauben Aussagen über die Erstellung und Nutzung von einzelnen Häusern und ihrer wechselnden Hausbewohner von 1378 bis 1900. Darüber hinaus lässt die einmalig dichte Datenaufnahme einer Siedlung Schlüsse darüber zu, wie sie sich als Ganzes im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat. Nicht zuletzt geben die sorgfältig dokumentierten Details Auskunft über einzelne Aspekte des Bauens und damit des Lebens, das sich in den Häusern von Zurzach abspielte.

Nutzung

Sämtliche digitale Daten des historisch-archäologischen Grundbuchs Zurzach sind ab jetzt für die Einsichtnahme durch Interessierte im Staatsarchiv frei zugänglich.

  • Departement Bildung, Kultur und Sport