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"Gymnasium Aargau auf dem richtigen Weg" :
Stellungnahme von Regierungsrat Rainer Huber zu den Ergebnissen von EVAMAR

Die Evaluation des Maturitätsanerkennungsreglements (EVAMAR) untersucht im Auftrag von Bund und Kantonen die seit 1995 veränderte gymnasiale Ausbildung. Die für das Gymnasium Aargau guten Ergebnisse der ersten Evaluationsphase werden in der vorliegenden zweiten Untersuchung gesamtschweizerisch bestätigt. "Die Untersuchung zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, es gibt aber Entwicklungspotenzial", kommentiert Regierungsrat Rainer Huber den Bericht.

Bildungsdirektor Rainer Huber ist mit den Ergebnissen von EVAMAR grundsätzlich zufrieden. Wenn 3800 Maturandinnen und Maturanden aus der ganzen Schweiz in einem erstmals in verschiedenen Fächern durchgeführten nationalen Leistungstest gute Ergebnisse erzielen, stelle dies dem Gymnasium insgesamt ein gutes Zeugnis aus, so der Bildungsdirektor. Dennoch sieht er Verbesserungspotenzial. So sind die erzielten gesamtschweizerischen Werte in der Erstsprache und in Mathematik noch unbefriedigend. "Diese Fächer haben für ein Studium eine so hohe Bedeutung, dass Lücken in diesen Bereichen unbedingt zu beheben sind", führt Rainer Huber aus. Es müsse zudem untersucht werden, ob die Unterschiede zwischen den Schwerpunktfachgruppen auch im Aargau festzustellen sind.

Eine differenzierte Betrachtung ist notwendig

Die nationale Untersuchung zeigt, dass zu viele Schülerinnen und Schüler trotz bestandener Matura nicht für sämtliche Studienmöglichkeiten über die nötige Eingangskompetenz verfügen. Dies gilt besonders für die Mathematik. Ob diese Feststellung auch für den Kanton Aargau zutrifft, kann allerdings noch nicht beurteilt werden.

Zudem lassen die vorliegenden Untersuchungsergebnisse einen Zusammenhang zwischen der Maturitätsquote und dem durchschnittlichen Leistungsniveau in den getesteten Bereichen vermuten. Denn Maturandinnen und Maturanden aus der Kantonsgruppe mit einer Maturitätsquote von unter 17,5 Prozent erzielen in den meisten Testbereichen bessere Ergebnisse als die Schülerinnen und Schüler aus der Kantonsgruppe mit einer Maturitätsquote über 19 Prozent. Daraus abzuleiten, dass eine tiefe Maturitätsquote den Bildungserfolg sichert, wäre für den Kanton Aargau aus Sicht des Bildungsdirektors allerdings ein Kurzschluss: "Wenn wir von jedem Kanton die besten 14,1 Prozent vergleichen, verschwinden diese Differenzen. Unser Kanton belegt bei der gymnasialen Quote mit 14,1 Prozent gesamtschweizerisch den drittletzten Rang. Mit einer angemessenen Erhöhung der tiefen gymnasialen Maturitätsquote und der auch unterdurchschnittlichen Berufsmaturitätsquote auf den schweizerischen Durchschnittswert muss es uns gelingen, das Bildungspotenzial unter Beibehaltung des hohen Bildungsniveaus unserer Schulen besser auszunutzen. Es kann nicht sein, dass eine junge Aargauerin oder ein junger Aargauer eine um rund 30 Prozent geringere Chance hat, ein Hochschulstudium zu absolvieren als der Schweizer Durchschnitt."

Mit neuer Maturitätsprüfung auf gutem Weg

Für die Maturitätsprüfungen am Gymnasium Aargau galten dieses Jahr erstmals einheitliche Vorgaben. Vorher gab es auch im Kanton Aargau an jeder Schule, in jedem Fach und bei jeder Lehrperson eine eigene, durch die entsprechende Lehrperson zusammengestellte Prüfung. "Die aargauischen Gymnasien haben diesbezüglich einen wichtigen Entwicklungsschritt vorweg genommen, der vermutlich schweizweit Schule machen dürfte", blickt Rainer Huber mit Verweis auf das von ihm initiierte Konzept des "Gemeinsamen Prüfens" in die Zukunft.

Entwicklungspotential vorhanden

Als nächstes wird das Departement Bildung, Kultur und Sport zusammen mit der Maturitätsprüfungskommission und der Rektorenkonferenz der aargauischen Mittelschulen sorgfältig prüfen, wie weit die von EVAMAR gesamtschweizerisch festgestellten Defizite auch für den Aargau zutreffen.

  • Departement Bildung, Kultur und Sport