Grossrätliche Kommission lehnt Aargauische Volksinitiative "Ja zu einer guten Bildung – Nein zum Lehrplan 21" deutlich ab
:
Kommission BKS will keinen bildungspolitischen Alleingang
Die Kommission für Bildung, Kultur und Sport (BKS) unterstützt den Antrag des Regierungsrats und empfiehlt die Volksinitiative ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung.
Die Kommissionsmitglieder haben an der Sitzung vom 2. Mai 2016 die regierungsrätliche Botschaft zur Volksinitiative diskutiert und sich mit deren Folgen für den Kanton Aargau auseinandergesetzt. In der Debatte zeichnete sich schon bald ab, dass die Nachteile für den Kanton Aargau bei einer Annahme der Initiative überwiegen würden.
Die Mehrheit der Deutschschweizer Kantone hat beschlossen, kantonale Lehrpläne auf der Grundlage des Lehrplans 21 einzuführen. Sollte sich der Kanton Aargau für eine andere Lösung entscheiden, würde das zu einem bildungspolitischen Alleingang und zu hohen Mehrkosten in verschiedenen Bereichen (Lehrpersonenausbildung, Lehrmittel, Ausarbeitung eines unabhängigen Lehrplans und so weiter) führen.
Die Volksinitiative verhindert den Lehrplan 21 nicht
Das Ziel der Volksinitiative liegt explizit in der Verhinderung der Einführung des Lehrplans 21 im Kanton Aargau. Doch alleine durch die vorgeschlagene Änderung von § 13 des Schulgesetzes wird das angestrebte Ziel nicht erreicht werden. Der von den Initiantinnen und Initianten vorgelegte Gesetzestext würde allenfalls zu Einschränkungen des Fächerangebots auf der Primar- und Sekundarstufe führen und entspricht den heutigen Bedürfnissen der Gesellschaft und der Wirtschaft nicht.
Einschränkung der Schulfächer
Die in der Volksinitiative vorgesehene Einschränkung der Schulfächer hat verschiedene negative Auswirkungen. Der Kanton Aargau könnte als Wohnkanton und Wirtschaftsstandort an Attraktivität verlieren. Zum anderen stellen die Kommissionsmitglieder auch in Bezug auf den Übertritt an weiterführende Schulen oder in die Berufswelt kritische Fragen. Sie bezweifeln, dass sich eine Aargauer Lösung basierend auf den Vorgaben der Volksinitiative mit den schweizweit harmonisierten Anforderungen noch vereinbaren liesse.
Klare Haltung der Kommission
Die Kommission für Bildung, Kultur und Sport lehnt die Volksinitiative in der Schlussabstimmung grossmehrheitlich ab. Die Kommissionsmitglieder haben in der Debatte mehrfach zum Ausdruck gebracht, dass sie keinen bildungspolitischen Alleingang des Kantons unterstützen. Die grossrätliche Kommission will mit der Ablehnung der Volksinitiative zudem die Diskussion um die Ausgestaltung eines neuen Aargauer Lehrplans (basierend auf dem Modell des Lehrplans 21) nicht vorzeitig beenden.
Die Vorlage wird voraussichtlich im Juni 2016 im Grossen Rat behandelt.