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Grosse Leistungsunterschiede an der Schule Aargau :
Kantonale Detailanalyse zum PISA-Bericht 2003

Zur PISA-Studie 2003 liegen nun die wissenschaftlichen Detailanalysen für die Kantone Aargau, Bern, St. Gallen, Thurgau, Wallis und Zürich sowie für das Fürstentum Liechtenstein vor. Der Aargau schneidet im interkantonalen Vergleich gut ab. Die Analyse zeigt aber auch, dass markante Leistungsunterschiede zwischen den Aargauer Schülerinnen und Schülern die Schule Aargau prägen.

Die vorliegende Detailanalyse wurde von einer Forschungsgemeinschaft der beteiligten sechs Kantone und des Fürstentums Liechtenstein erstellt. Sie ist eine Vertiefung der Ergebnisse, die bereits im Mai 2005 vorgestellt wurden.

Ungünstige Lehr- und Lernbedingungen an der Realschule

Die grossen Leistungsunterschiede in der Schule Aargau erklärt der Bericht einerseits mit der grossen sozialen Heterogenität der Schülerschaft, anderseits mit der starren und im schweizerischen Vergleich frühen Einteilung in die verschiedenen Schultypen. Dadurch entstünden eher homogene Leistungsgruppen, die zwar für die Bezirks- und Sekundarschulen im Hinblick auf die Leistungsentwicklung positiv seien. Für die Schülerinnen und Schüler der Realschulen sei dies aber ein grosser Nachteil. Die Realschule werde dadurch zu einem Auffangbecken für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund und Lernschwierigkeiten, in der die Lehr-Lern-Bedingungen besonders ungünstig sind. Die Studie macht drei Lösungsvorschläge, wie die Situation an der Realschule verbessert werden kann: mit einer erhöhten Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Schultypen, mit flexiblen Lerngruppen und einer von den verschiedenen Schultypen losgelösten Leistungsbeurteilung.

Aargauer Schülerinnen und Schüler sind älter

Weiter zeigt die Studie auf, dass im Aargau das Alter der Schülerinnen und Schüler überdurchschnittlich hoch ist. Am Ende der obligatorischen Schulbildung sind rund 36 Prozent der Schülerinnen und Schüler ein Jahr, rund 10 Prozent sogar zwei oder mehr Jahre älter, als auf Grund des Einschulungsalters erwartet wird. Zudem ist in keinem anderen der Vergleichskantone der Anteil an Repetierenden so hoch wie im Kanton Aargau. Rund 23 Prozent der Schülerinnen und Schüler haben bis zum Ende der obligatorischen Schulbildung eine oder mehrere Klassen wiederholt. In den Bezirksschulen sind es 14 Prozent, in den Sekundarschulen 24 Prozent und in den Realschulen 41 Prozent.

Grosse Unterschiede in der Mathematik und im Lesen

Der PISA-Bericht 2003 hatte die Mathematik als Schwerpunktsfach. Die Detailanalyse zeigt, dass im Aargau in diesem Fach der Anteil an so genannten Risikoschülerinnen und -schülern 10 Prozent beträgt, bei den Lesekompetenzen sind es sogar 13 Prozent. Risikoschülerinnen und -schüler sind Jugendliche, deren Grundbildung für einen reibungslosen Übergang in die berufliche Bildung bzw. in den Arbeitsmarkt ungenügend ist.

Etwas anders sieht es bei den sehr guten Schülerinnen und Schülern aus: In der Mathematik erreichen 10 Prozent das höchste Niveau, mehr als in allen anderen Kantonen der Schweiz, und 17 Prozent das zweithöchste Niveau. Im Lesen erreichen 10 Prozent das höchste Niveau, ein Ergebnis, das nur von den Schülerinnen und Schülern des Fürstentums Liechtenstein übertroffen wird.Die Studie ist auf der Internetseite des BKS publiziert: www.ag.ch/bks.

  • Departement Bildung, Kultur und Sport