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Gewinner und Verlierer unter den Wildtieren :
Neuste Jagdstatistik und Feldhasenzählung 2008 analysiert

Unsere Wildtiere kämpfen mit ungleich langen Spiessen. Während sich die Wildschweine in der von Menschenhand geprägten Kulturlandschaft stark vermehren, geraten Feldhasen immer stärker unter Druck. Eine Herausforderung für das Wildtiermanagement.

In den letzten Monaten scheint in den Wildschweingebieten keine landwirtschaftliche Kultur vor dem Zugriff der schlauen Borstentiere sicher gewesen zu sein. Die Wildschweine haben sich stark vermehrt und verursachen grosse Schäden. Dies, obwohl die Schadensumme im aktuellen Berichtsjahr mit rund 260 000 Franken so tief wie lange nicht mehr ausfiel, und die Zahl der geschossenen Sauen mit 1 200 Tieren mehr als doppelt so hoch war wie im Vorjahr.

Dass das Schadenpendel jetzt in die Gegenrichtung schlägt, kommt nicht unerwartet. "Unsere Vermutungen vom vergangenen Sommer haben sich bewahrheitet", meint dazu René Urs Altermatt, Leiter der Sektion Jagd und Fischerei im Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU). "Der milde Winter 2006/2007 hat dem natürlichen Bestandeswachstum der Wildschweine kaum Grenzen gesetzt. Dazu kommt, dass damals mit 533 Sauen relativ wenige und anteilsmässig mehr männliche Tiere erlegt worden sind. Auch der Anteil an Frischlingen am Total aller erlegten Wildschweine ging in jenem Jagdjahr um 10% zurück. All das bekommen wir heuer zu spüren. Bis Ende 2008 dürfte ein Gesamtschaden im Bereich von 500 000 bis 600 000 Franken zur Abschätzung kommen", stellt Altermatt fest. Und fügt bei: "Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig, dass alle Massnahmen im Rahmen des laufenden Pilotprojekts zur Verbesserung der Verhütungsmassnahmen in besonders betroffenen Regionen konsequent umgesetzt werden."

Feldhasenbestand weiter rückläufig

Ganz anders sieht es beim Feldhasen aus. Die Aargauischen Jagdgesellschaften haben im Frühjahr 2008 nach 2001, 2003 und 2005 zum vierten Mal den Feldhasenbestand erfasst. Das Resultat der diesjährigen Scheinwerfertaxation ist ernüchternd. Die Anzahl der beobachteten Feldhasen ist seit der ersten Zählung im Jahr 2001 von 3 009 auf 1 948 Tiere gesunken. In 24 Jagdrevieren konnten gar keine Hasen mehr gezählt werden 2001 waren es noch 13 Reviere. Einzig in den Bezirken Laufenburg und Zurzach konnte sich der Bestand halten. Es sind mehrere Faktoren, die dem Feldhasen das Leben schwer machen. Dazu gehören die intensive Bewirtschaftung des Kulturlandes, die Fragmentierung des Lebensraums durch Strassen und Siedlungsgebiete, sowie die hohen Bestände von Räubern wie Füchsen oder Greifvögeln. Im Kanton Aargau wird der Feldhase deshalb jagdlich geschont, obwohl er bundesrechtlich jagdbar wäre. Um den Feldhasen im Aargau nicht noch mehr zu gefährden, ist eine flächendeckende Bestandserhebung und eine darauf basierende Jagdplanung zwingend notwendig.

  • Departement Bau, Verkehr und Umwelt