Genügend Baulandreserven – aber am falschen Ort
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Neue Übersicht über den Stand der Erschliessung
Im vergangenen Juni haben die eidgenössischen Räte die Teilrevision des Raumplanungsgesetzes angenommen. Sie ist der indirekte Gegenvorschlag zur Landschaftsinitiative und hat zum Ziel, die Zersiedelung und den Kulturlandverlust in der Schweiz einzudämmen. Zurzeit läuft die Referendumsfrist. Die Landschaftsinitiative wurde unter dem Vorbehalt zurückgezogen, dass die Teilrevision in Kraft tritt.
Bauzonenverbrauch mit steigender Tendenz
Ein zunehmender Bauzonenverbrauch zeigt sich auch im Aargau. Die aktuelle Situation geht aus dem Bericht "Stand der Erschliessung 2011" hervor. Ende 2011 galten 86 Prozent der insgesamt 20'471 ha als Bauzone ausgeschiedenen Fläche als überbaut.
Von den 2'895 ha Fläche, die nicht überbaut sind, entfallen rund zwei Drittel auf die Wohn- und Mischzone und ein Drittel auf Industrie und Gewerbe- sowie übrige Zonen. Erhoben wird mit dem Stand der Erschliessung nicht bloss, ob ein Gebiet überbaut ist oder nicht, sondern auch wie weit die Erschliessung des Baulands fortgeschritten ist. Hier zeigt sich, dass mehr als ein Drittel der Reserven noch nicht baureif sind.
Seit Beginn der Erhebung im Jahr 1999 vergrösserte sich die Fläche der überbauten Bauzone im Durchschnitt um 139 ha pro Jahr, was einem Quadratmeter neu überbauter Fläche alle 23 Sekunden entspricht. Mit 172 ha neu überbauter Bauzonenfläche liegt das vergangene Jahr über diesem Durchschnitt. Dies bedeutet, dass im Jahr 2011 im Kanton Aargau täglich eine Fläche von ungefähr 7 Einfamilienhausparzellen überbaut wurde.
Zukunftsaussichten
Laut der kantonalen Bevölkerungsprognose wächst die Bevölkerung in den kommenden 15 Jahren um weitere 80'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Gemäss einer Berechnung des potenziellen Fassungsvermögens könnten diese 80'000 Personen in den 1'814 ha bestehenden Wohn- und Mischzonenreserven untergebracht werden.
Demnach sind im Kanton Aargau genügend Baulandreserven vorhanden, jedoch entspricht die räumliche Verteilung der Bauzonenreserven nicht der gewünschten Entwicklung gemäss dem vom Grossen Rat 2011 beschlossenen Richtplan. So haben Gemeinden mit grossem prognostiziertem Bevölkerungszuwachs wie Aarau, Baden oder Wettingen mit einem Überbauungsgrad von jeweils mehr als 95 Prozent nur wenig Reserven. Deshalb wird auch künftig eine vorausschauende Raumentwicklung auf kommunaler, regionaler und kantonaler Ebene nötig sein, um Bevölkerungsentwicklung, Siedlungswachstum und Landschaftsverbrauch gemäss Richtplan 2011 nachhaltig zu gestalten.
Raumbeobachtung ebenfalls aktualisiert
Weitere aufschlussreiche Daten zum Umgang mit der Ressource Boden finden sich im Bericht "Raumbeobachtung 2011" (Raumbeobachtung). Ausgewählte Indikatoren erlauben eine kontinuierliche Überwachung der räumlichen Veränderungen im Kanton.