Fusion der Lehrmittelverlage Aargau und Bern geplant
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Bildungsdepartemente führen Fusionsverhandlungen fort
Die Regierungen der Kantone Aargau und Bern streben eine Fusion des Lehrmittelverlags des Kantons Aargau mit dem Berner Schulverlag blmv AG an. Sie haben der Erziehungsdirektion beziehungsweise dem Bildungsdepartement den Auftrag erteilt, entsprechende Verhandlungen weiterzuführen und den Zusammenschluss der Verlage vorzubereiten.
Im Januar 2007 hat der Aargauer Regierungsrat das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) beauftragt, die Zusammenführung des Aargauer Lehrmittelverlags mit den Lehrmittelverlagen Bern und Luzern, unter Einbringung der Interessen des Kantons, in die Wege zu leiten. Nach gründlicher Prüfung des Vorhabens hat im März 2008 der Kanton Luzern das Interesse an einem gemeinsamen Verlag zurückgenommen. Die Luzerner Regierung will die Verlagstätigkeit gänzlich einstellen.
Im Oktober 2007 hat die Erziehungsdirektion des Kantons Bern dem Regierungsrat zwei Optionen für die Zukunft der Schulverlag blmv AG vorgelegt: Die Möglichkeit des Verkaufs an Private und jene eines Zusammenschlusses mit anderen Kantonen. Damit erfüllte sie den Auftrag einer 2006 überwiesenen Motion. Diese verlangt, dass Verhandlungen mit anderen Kantonen für eine verstärkte interkantonale Zusammenarbeit intensiviert werden sollen und Verkaufsentscheide erst zu fällen sind, wenn mindestens zwei gleichwertige Entscheidgrundlagen vorliegen. Im Auftrag des Regierungsrats hat die Berner Erziehungsdirektion die beiden Varianten in den letzten Monaten vertieft abgeklärt, mit dem Kanton Aargau Gespräche geführt und auch die Verhandlungen mit deutschen Firmen wieder aufgenommen.
Bern als Verlagsort, Raum Westaargau als Vertriebsstandort vorgesehen
Gestützt auf die Ergebnisse hat sich nun der Berner Regierungsrat entschieden, den Zusammenschluss der Schulverlag blmv AG mit dem Lehrmittelverlag des Kantons Aargau anzustreben. In einer Absichtserklärung hat sich auch der Kanton Aargau für diese Lösung ausgesprochen. Damit wollen die beiden Kantone ihre Verlags- und Vertriebskapazitäten zu einem der grössten deutschschweizerischen Verlage für Lehrmittel vereinigen. Es entsteht im Vergleich zu heute ein fast doppelt so grosser Heimmarkt. Der gemeinsame Verlag wird zum bevorzugten Partner von zwei Pädagogischen Hochschulen: Der Fachhochschule Nordwestschweiz und der Pädagogischen Hochschule Bern. Als Verlagsstandort ist Bern vorgesehen, als Vertriebsstandort steht der Raum Westaargau im Vordergrund.
Für die Regierungen der beiden Kantone ist es wesentlich, dass sie bei der Entwicklung von Lehrmitteln auf der strategischen Ebene Einfluss nehmen können. Mit dem Zusammenschluss der Verlage bleiben diese Möglichkeiten erhalten. Schliesslich bringt die Zusammenarbeit zwischen den Kantonen Bern und Aargau den Vorteil, dass das unternehmerische Risiko für den einzelnen Kanton stark reduziert wird. Damit ist die Fusion der beiden erfolgreichen und traditionsreichen Schulverlage eine interessante und attraktive Alternative zu einem Verkauf an Private.
Paritätische Beteiligung ohne Kapitalerhöhung
Als Beteiligungsmodell für den neuen Verlag ist eine paritätische Beteiligung ohne Kapitalerhöhung vorgesehen. Das heisst, dass beide Kantone gleich stark am zusammengeführten Verlag beteiligt sein werden. In einem zweiten Schritt ist auch eine gemischtwirtschaftliche Trägerschaft mit dem Verkauf von Aktien an Private denkbar.