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Für genügend Fachpersonal in den Gesundheitsberufen :
Gemeinsame Tagung von Kanton und Branchenverband in Aarau

Wie kann die vom Regierungsrat geplante Ausbildungsverpflichtung für Spitäler, Rehakliniken, Langzeitinstitutionen und Spitex praktisch umgesetzt werden? Mit dieser Frage befassten sich an einer Tagung des Departements Gesundheit und Soziales (DGS) sowie der Organisation der Arbeitswelt Gesundheit und Soziales Aargau (OdA-GSAG) über 180 Personen aus Institutionen, die Pflege- und Betreuungspersonal beschäftigen.

Der Schweiz droht ein Pflegenotstand: Bis zum Jahr 2020 braucht es jährlich rund 5'000 zusätzliche Fachkräfte im Pflege- und Betreuungsbereich. Ab 2012 sollen die Leistungserbringer im Kanton Aargau deshalb verpflichtet werden, genügend Nachwuchs auszubilden. Strategische Grundlage der Ausbildungsverpflichtung ist die überarbeitete Gesundheitspolitische Gesamtplanung 2010 (GGpl), die im vierten Quartal vom Grossen Rat beraten wird. Strategie 23 befasst sich mit der Sicherstellung von Ausbildungsplätzen in den Gesundheitsberufen und benennt verschiedene Massnahmen, wie der Kanton zur Erfüllung seines Versorgungsauftrags dem zunehmenden Mangel an Personal in den Gesundheitsberufen entgegen treten soll unter anderem mit einer Ausbildungsverpflichtung für die Institutionen auf der Spital- bzw. Pflegeheimliste sowie die ambulanten Leistungserbringer im Pflegebereich. Zudem soll die Ausbildungsverpflichtung auch in den Erlassen zur neuen Pflege- und Spitalfinanzierung verankert werden.

Aus der Sicht von Branche und Kanton

An der von über 180 Kaderpersonen aus dem Akut-, Langzeit-, Rehabilitations- und Spitexbereich besuchten Tagung im Grossratsgebäude betonte Regierungsrätin und DGS-Vorsteherin Susanne Hochuli die Bedeutung effetkiver und pragmatischer Massnahmen, um genügend und genügend qualifiziertes Fachpersonal auszubilden. In der Folge sprach Rebekka Hansmann, Geschäftsführerin der OdA-GSAG, aus der Sicht der Branchenorganisation, Annette Grünig, Projektleiterin Bildung/Gesundheitsversorgung bei der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK), aus der Sicht der Kantone über die Herausforderungen und Handlungsspielräume im Bereich der Ausbildung in den Gesundheitsberufen.

Von Ausbildungsbedarf bis -finanzierung

In acht Workshops befassten sich die Teilnehmenden schliesslich mit verschiedenen Fragestellungen, die von der Festlegung des Ausbildungsbedarfs bis zur Finanzierung der Ausbildungsleistungen reichten. Dabei formulierten die Branchenvertreterinnen und vertreter zahlreiche Lösungsansätze. Präsentiert wurden die Ergebnisse am Schluss der Veranstaltung von Beat Stierlin, Präsident der OdA-GSAG. Dabei liess sich feststellen, dass die Vertreterinnen und Vertreter der Branche die Ausbildungsverpflichtung begrüssen und grundsätzlich als taugliches Instrument erachten, um dem Fachkräftemangel wirkungsvoll zu begegnen. Die Erkenntnisse werden in die Umsetzungsarbeiten einfliessen, die zu leisten sein werden, wenn der Grosse Rat der Verankerung der Ausbildungsverpflichtung in der GGpl sowie in den Erlassen zur Umsetzung der KVG-Revision im vierten Quartal dieses Jahres zustimmt.

  • Departement Gesundheit und Soziales