FH-Bereich Gesundheit wird neu ausgerichtet
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Regierungsrat beschliesst eine inhaltliche und organisatorische Neuausrichtung
Der Regierungsrat hat im Einvernehmen mit dem Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) die Kantonalisierung des bisher vom SRK geführten Gesundheitsbereichs an der FH Aargau beschlossen. Damit soll eine stärkere Einbindung in die FH-Gesamtplanung ermöglicht werden.
Zugleich wird der Studiengang Therapie, für den keine genügende Nachfrage besteht, geschlossen und die bereits eingeleitete inhaltliche Neuausrichtung auf Zukunftsthemen verstärkt.
Der Kanton Aargau hat für die Aufbauphase die Führung des Fachhochschulbereichs Gesundheit in Aarau per Leistungsvertrag 1998 dem Schweizerischen Roten Kreuz SRK übertragen. Nachdem nun eine erste Aufbauphase abgeschlossen und die vorläufige Genehmigung durch die Sanitätsdirektorenkoferenz erreicht werden konnte, sind Regierung und SRK zur Ueberzeugung gelangt, dass für den weiteren Aufbau der Kanton die Führung des Bereichs übernehmen soll. Nur so ist die vom Aargau vorgesehene völlige Integration des Gesundheitsbereichs in die mit Solothurn geplante gemeinsame Fachhochschule möglich.
Schwieriges Umfeld
Der Bereich Gesundheit musste sich von Anfang an in einem schwierigen Umfeld bewähren: Die FH-Ausbildung hat sich im Gesundheitswesen noch nicht etabliert; die gesamtschweizerische Nachfrage liegt unter den Erwartungen; die Universitäten beginnen teilweise ähnliche Ausbildungen anzubieten. Schwierigkeiten bereitet auch, dass im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion betreffend Bildungssystematik im Bereich der Berufe im Gesundheitswesen die zukünftigen Rahmenbedingungen noch unsicher sind. Dies hat unter anderem dazu geführt, dass ein Projekt für einen binationalen Studiengang mit einer deutschen FH nicht realisiert werden konnte.
Neupositionierung eingeleitet
Der FH-Bereich Gesundheit in Aarau hat auf diese Rahmenbedingungen offensiv mit einer Neuorientierung reagiert: So wird er im Herbst dieses Jahres mit einem Nachdiplomstudiengang Managed Care starten, und für nächstes Jahr ist das für die Schweiz ebenfalls einzigartige Nachdiplomstudium Gesundheits- und Medizininformatik geplant. Zugleich soll das Studienangebot neu ausgerichtet werden; dies insbesondere in Zusammenhang mit der Integration in die geplante gemeinsame Fachhochschule Aargau/So-lothurn, die neue Möglichkeiten für interdisziplinäre Angebote bietet.
Schliessung des Studiengangs Therapie
Die Neupositionierung erfolgt konsequent und führt zu einer Bereinigung des bisherigen Studienangebotes. Der Studiengang Therapie wird nicht mehr weitergeführt. Er fand keine genügende Nachfrage, obwohl es sich um das einzige Angebot in der Schweiz gehandelt hat. Den wenigen Studierenden des ersten Jahrgangs wird die Möglichkeit geboten, das Studium an andern Institutionen fortzusetzen. Da die Anmeldezahlen des bisher erfolgreichen Studiengangs Pflege für das dieses Jahr ebenfalls gering sind, startet in diesem Jahr keine neue Klasse. Es wird geprüft, im kommenden Jahr ein berufsintegriertes Angebot auszuschreiben.
Ab Herbst neues Domizil
Da die bisherigen Räumlichkeiten im Weiterbildungszentrum des SRK in Aarau nicht mehr ausreichen, wird der FH-Bereich Gesundheit ab Herbst ein kantonseigenes Provisorium auf dem Kasernenareal beziehen. Dieses bietet gute Rahmenbedingungen und die nötigen Raumreserven für den weiteren Ausbau.