Feuerbrand: Verstellverbot für Bienen
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Vorsorgliche Massnahme vom 1. April – 30. Juni 2006
Während der Blüte der Kernobstbäume kann die gefährliche Bakterienkrankheit Feuerbrand durch Bienen verbreitet werden. Vom 1. April bis am 30. Juni 2006 ist als vorsorgliche Massnahme das Verstellen von Bienen aus dem Feuerbrandbefallsgebiet in Nichtbefallsgebiete verboten.
Die Kantonale Fachstelle Pflanzenschutz hat in Absprache mit dem Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst, dem Kantonalen Veterinäramt und dem Kantonalen Bieneninspektor in 115 Aargauer Gemeinden jegliches Verstellen von Bienen aus dem Feuerbrandbefallsgebiet in Nichtbefallsgebiete verboten. Diese Massnahme bezieht sich auf das Wandern, den Verkauf oder das Verschenken von Bienenvölkern und Schwärmen sowie das Auf- und Abführen von Begattungskästchen im Zusammenhang mit Belegstationen. Ausgenommen von dieser Massnahme sind Bienenvölker, die in Höhenlagen über 1'200 Meter verbracht werden oder während mindestens 2 Tagen vor dem Verstellen in befallsfreie Zonen eingesperrt werden.Als unterstützende Massnahme einer vorsorglichen Bekämpfungsstrategie gegen die gemeingefährliche Bakterienkrankheit Feuerbrand wurden 1996 erstmals Beschränkungen zum Verstellen von Bienen in der Praxis eingeführt. Mit den verfügten Massnahmen soll verhindert werden, dass Feuerbrand aus einem Befallsgebiet in befallsfreies Gebiet getragen wird. Dabei wurde hauptsächlich die grossflächige Verbreitung ins Auge gefasst. Das sprunghafte Auftreten und die räumliche Ausbreitung von Feuerbrand machen eine jährliche Neubeurteilung der Situation nötig. Als Befallsgebiete abgegrenzt werden ehemalige Feuerbrandbefallsherde sowie genügend grosse Schutzzonen um die Herde herum.
200 Cotoneaster-Böschungen gerodet
Die gefährliche Bakterienkrankheit Feuerbrand wurde im Jahr 2005 in 18 Aargauer Gemeinden aufgespürt. Schwergewichtig waren das obere Wynental (Burg, Leimbach, Menziken, Reinach, Zetzwil sowie Beinwil am See) und die Region Ehrendingen (Ober- und Unterehrendingen sowie Ennetbaden, Freienwil, Lengnau und Schneisingen) betroffen. Befallen waren fast ausschliesslich Cotoneaster-dammeri-Böschungen in über 200 Privatgärten. Einzelherde mussten in Magden, Mandach, Olsberg, Remigen, Rüfenach und Schöftland beseitigt werden.
Die zum Teil unerwartet aufwändigen Rodungs- und Kontrollarbeiten wurden von den Gemeinden hervorragend gemeistert. Jede Gemeinde führte von Ende Juni bis Mitte September 2005 eine Feuerbrand-Grobkontrolle von mindestens einem Tag durch. Vorrangig wurde die Umgebung der registrierten Schutzobjekte kontrolliert. In zweiter Priorität wurden öffentliche Anlagen, Hausgärten, Hochstämme und Hecken überwacht.
Feuerbrand verursacht grosse Schäden
National und international hat die Bakterienkrankheit Feuerbrand in diesem Jahr grosse Schäden verursacht. Allein in der Schweiz waren über 25'000 Hochstammbäume und 100 Erwerbsobstanlagen in 318 Gemeinden betroffen. Das Finden und die Vernichtung von kranken Pflanzen ist zum Schutz der gesunden weiterhin die einzige taugliche Bekämpfungsmassnahme.
Weitere Informationen zum Feuerbrand unter: www.feuerbrand-ag.ch.