Feuerbrand: Befall in 65 Gemeinden
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Task Force „Feuerbrand Aargau“ prüft zusätzliche Massnahmen
2007 ist für den Aargau, die Schweiz und das angrenzende Ausland das bisher weitaus schlimmste Feuerbrandjahr. In enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden sind umfangreiche Bekämpfungsmassnahmen im Gang. Anfang Juli werden in der Task Force „Feuerbrand Aargau“ zusätzliche Massnahmen geprüft.
Im Kanton Aargau sind bis heute in 65 Gemeinden Feuerbrand-Befallsherde entdeckt worden. Über 40 Obstanlagen sind betroffen, 500 Hochstammbäume und mehrere hundert Quittenbäume, Zier- und Wildpflanzen mussten bisher verbrannt werden. Der stärkste Befallsdruck wird im südlichen Kantonsteil, vorab im Bezirk Zofingen, lokalisiert. Nebst mehreren hundert Hochstämmen mussten dort auch zwei Niederstammobstanlagen total gerodet werden. Weitere Einzelherde können in jeder Aargauer Gemeinde auftreten. Je früher diese gefunden und getilgt werden, desto weniger Pflanzen werden in der Umgebung angesteckt. Bei den Wild- und Zierpflanzen ist das Befallsausmass jedoch erst in den nächsten Wochen erkennbar. Die wirtschaftlichen und ökologischen Schäden sind gross und noch nicht abschätzbar.
Die umfangreichen Bekämpfungsmassnahmen werden vom Kantonalen Pflanzenschutzdienst, gestützt auf das vom Regierungsrat 2003 vorsorglich beschlossene Bekämpfungskonzept, in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden, Landwirten und nebenamtlichen Feuerbrand-Experten umgesetzt. Aufgrund der akuten Befallslage ordnete der Kantonale Pflanzenschutzdienst verschiedene Sofortmassnahmen wie vorgezogene Kontrollen in allen 229 Gemeinden und im Bereich der 120 Schutzobjekte an.
Provisorische Schätzungen der Kosten für Überwachung, Bekämpfung, Rodung sowie für Abfindungen für Erwerbsobstbau im Kanton gehen von Gesamtkosten von etwas über 1 Mio. Franken aus. Davon übernimmt der Bund rund die Hälfte.
Auf Anfang Juli hat der Vorsteher des Departements Finanzen und Ressourcen, Regierungsrat Roland Brogli, die Task Force "Feuerbrand Aargau" zu einer Sitzung einberufen. Diese seit dem Jahr 2002 bestehende Arbeitsgruppe begleitet und berät den Regierungsrat in Feuerbrand-Fragen. Zur Diskussion stehen nebst der aktuellen Bekämpfungsstrategie zusätzliche Massnahmen wie eine freiwillige oder obligatorische Rodungsaktion von Zier- und Wildpflanzen, ein allfälliger Einsatz von Antibiotika.
Neben Vertretungen der Gemeinden gehören der Task Force "Feuerbrand Aargau" Vertreterinnen und Vertreter des Schweizerischen Baumschulistenverbands (VSB), des Aargauischen Bauernverbands (BVA), der Aargauischen Biolandbau Vereinigung (ABV), des Verbands Aargauer Obstproduzenten (VAOP), des Verbands Aargauischer Bienenzüchtervereine, der Stiftung für Konsumentenschutz, des Bunds Schweizer Landschaftsarchitekten, der Pro Natura sowie der Amtsstellen von Bund und Kanton an.
Weitere Informationen zum Feuerbrand unter: www.feuerbrand-ag.ch.