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Fachhochschule Aargau in Brugg/Windisch :
Konzentration der Berufsschulen

Der Regierungsrat hat entschieden: Die Fachhochschule Aargau (inklusive Pädagogik) kommt nach Brugg/Windisch; der Berufsschulstandort Brugg wird zugunsten einer Stärkung der übrigen Berufsschulstandorte aufgehoben. Für Rheinfelden prüft das Departement Bildung, Kultur und Sport ein Bildungszentrum.

Die Konsequenzen für die weitere Berufsschulplanung sollen bis nach den Sommerferien geklärt werden. Bis Ende dieses Jahres soll der Grosse Rat über die Standorte der Kantons- und Berufsschulen entscheiden können.

Die vier Kantone AG, BL, BS und SO haben sich auf eine Vertiefung der heutigen Fachhochschul-Zusammenarbeit im Rahmen des bestehenden Kooperationsrats-Modells geeinigt (vgl. separate Medienmitteilung). Die Fachhochschul-Zusammenarbeit AG/SO geht damit über in eine gemeinsame Fachhochschul-Strategie AG/SO/BS/BL. Mit diesem interkantonalen Entscheid sind für den Regierungsrat auch die Voraussetzungen für den lange erwarteten Standortentscheid innerhalb des Aargaus gegeben.

Fachliche und finanzielle Gründe massgebend

Die Idee eines gemeinsamen Fachhochschul-Standorts mit Solothurn in Schönenwerd ("Campus" auf dem Bally-Areal) musste diesen Frühling aus finanziellen Gründen aufgegeben werden. Für den Regierungsrat standen noch drei Standortvarianten zur Diskussion: ein Campus in Aarau, ein Campus in Brugg oder eine Aufteilung der FH auf Aarau und Brugg. Für eine Campus-Lösung in Aarau wären rund 300 Millionen Franken zu investieren - rund doppelt so viel wie in Brugg/Windisch. In einer ersten Stellungnahme begrüssen der Fachhochschulrat und die - Schulleitungen den Entscheid des Regierungsrates.

Eine Campus-Lösung in Brugg ist die finanziell günstigste Variante und hat gegenüber einer Aufteilung zwischen Aarau und Brugg grosse fachliche und betriebswirtschaftliche Vorteile. Mit der Campus-Lösung erhält der Aargau eine einmalige Ausgangslage für die weitere Entwicklung und Profilierung der Fachhochschule Nordwestschweiz. Der Regierungsrat trägt damit auch den Erkenntnissen eines externen Gutachtens zur Fachhochschul-Politik Rechnung.

Stärkung der Berufsbildung

Die Aufwertung Bruggs als Fachhochschul-Standort ermöglicht eine weitergehende Konzentration der Berufsschulstandorte, womit die Qualität der Berufsschulen gestärkt werden kann. Der Grosse Rat hatte sich im Januar dieses Jahres zwar für das Szenario "Stabilo" mit 11 Berufsschulen entschieden, allerdings unter dem Vorbehalt des Standortentscheids für die Fachhochschule. Für das nun vom Regierungsrat beschlossene Szenario "Regio" mit 10 Standorten hatte sich insbesondere der Gewerbeverband ausgesprochen. Der Verzicht auf den Berufsschulstandort Brugg sorgt für regionalen Ausgleich: Er stärkt insbesondere die Berufsschulen im Freiamt und im Fricktal.

Das Fricktal ist eine ausgesprochene Wachstumsregion. Da der Kanton Basel-Landschaft dem Aargau Kapazitätsprobleme in der Mittelschule Muttenz signalisierte, prüft das Departement für Bildung, Kultur und Sport (BKS) nun die mittelfristige Errichtung eines Bildungszentrums in Rheinfelden für die Berufs- und Mittelschülerinnen und -schüler aus dem Fricktal.

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